Der Bundesstaat Alaska sieht sich intensiven Auswirkungen gegenüber, nachdem Richter Adolf Zeman vom Obersten Gerichtshof die Wiederaufnahme der Tötung von Schwarz- und Braunbären genehmigte, sogar durch Abschüsse aus Hubschraubern. Die Maßnahme ist Teil eines staatlichen Programms zur Wiederherstellung der Mulchatna-Karibuherde, deren Population in den letzten Jahrzehnten drastisch zurückgegangen ist.
Die gerichtliche Entscheidung wies den Antrag auf Aussetzung zurück, der von der Alaska Wildlife Alliance und dem Center for Biological Diversity eingereicht wurde, die eine aktive Klage gegen das Programm führen. Der Richter argumentierte, dass die Naturschutzgruppen nicht nachgewiesen hätten, dass die Behörden ohne vernünftige Grundlage gehandelt hätten, als sie die Maßnahme genehmigten.
Kontext der Karibuherde
Die Mulchatna-Herde im Südwesten Alaskas erreichte in ihrer Blütezeit 190.000 Exemplare und war eine Nahrungsquelle für indigene Gemeinschaften. Seit Ende der 90er Jahre ist ihre Population jedoch drastisch gesunken:
- Im Jahr 2019 wurden 13.000 Karibus geschätzt.
- Im Jahr 2025 zählten die offiziellen Aufzeichnungen 16.280 Exemplare.
Die Jagd ist seit 2021 verboten, und die Behörden halten die Kontrolle der Raubtiere für entscheidend für die Erholung. Laut dem Fisch- und Jagdministerium zeigten die Maßnahmen zur Bärenbeseitigung seit 2023 eine „positive Reaktion“ in der Herde.
Offizielle Argumente
Sprecher Sam Curtis erklärte, dass die Strategie „mit den wissenschaftlichen Daten übereinstimmt“ und während der Geburtszeit, wenn die Jungtiere am anfälligsten für Raubtiere wie Bären und Wölfe sind, entscheidend sei. Das Programm umfasst Luftoperationen mit Kleinflugzeugen und Hubschraubern in den Brutgebieten.

Opposition und Klagen
Die Naturschutzgruppen stellen die Legalität und die wissenschaftliche Grundlage des Plans in Frage:
- Sie weisen auf das Fehlen klarer Daten über die Bärenpopulation hin.
- Sie prangern an, dass zwischen 2023 und 2024 180 Bären getötet wurden, zusätzlich zu weiteren 11 im Jahr 2022.
- Sie argumentieren, dass die Raubtieraktivität nicht zu den Hauptursachen des Rückgangs der Herde gehört, die eher mit Krankheiten und Nahrungsmangel verbunden ist.
Cooper Freeman vom Center for Biological Diversity bezeichnete die Maßnahme als „eine beschämende Verschwendung von Ressourcen“ und forderte ein Management, das auf solider Wissenschaft basiert.
Offene Debatte
Das Programm war Gegenstand fortlaufender Rechtsstreitigkeiten. Im Jahr 2023 kritisierte ein anderer Richter das Fehlen von Daten über die Nachhaltigkeit der Bärenpopulation und hob Notfallvorschriften auf. Die neue Genehmigung belebt die Debatte darüber, wie der Schutz einer bedrohten Art mit der Erhaltung einer anderen in Einklang gebracht werden kann.
Die Bärentötung in Alaska spiegelt die Komplexität des Wildtiermanagements wider: Der Schutz der Karibus erfordert das Opfer von Schlüsselräubern im Ökosystem. Während die Regierung die Maßnahme als notwendig für die Erholung der Herde verteidigt, warnen Umweltorganisationen vor ihren Risiken und stellen ihre Wirksamkeit in Frage. Der Konflikt bleibt sowohl vor Gericht als auch in der öffentlichen Meinung offen.



