Fischereilizenzen an Unternehmen mit illegaler Fischerei vergeben: Argentinische Organisationen fordern Transparenz

Der Föderale Fischereirat hat Fischereilizenzen an Unternehmen mit nachgewiesenen illegalen Fischereivorgängen innerhalb der Argentinischen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) erteilt, was im Widerspruch zu den Bestimmungen des Bundesfischereigesetzes (Gesetz 24.922) steht.

Der Bericht „Der Fall Univpesca: Warum wir ein öffentliches Register für Schiffe und Fischereilizenzen brauchen“, erstellt vom Círculo de Políticas Ambientales (CPA) und Sin Azul No Hay Verde, zeigt auf, wie das Unternehmen Univpesca, eine Tochtergesellschaft der chinesischen Staatsgesellschaft China National Fisheries Corporation (CNFC) —deren Schiffe mehrfach wegen illegaler Fischerei sanktioniert wurden— Lizenzen erhielt und später die Genehmigung zur Übertragung dieser Lizenzen an andere Unternehmen derselben Gruppe erlangte.

Verstoß gegen die Vorschriften

Artikel 27 bis des Bundesfischereigesetzes verbietet die Erteilung von Lizenzen an Reeder, die in illegale Fischerei verwickelt sind oder rechtliche, wirtschaftliche oder vorteilhafte Verbindungen zu solchen Personen haben. Der Fall Univpesca zeigt jedoch:

  • Lockerung des regulatorischen Rahmens: Ein Unternehmen, das 2006 wegen Verbindungen zur illegalen Fischerei abgelehnt wurde, erhielt 2013 Lizenzen unter Verletzung des Gesetzes.
  • Fragwürdige Übertragungen: 2016 genehmigte der Föderale Fischereirat die Übertragung von Lizenzen an COFC, deren Schiffe Zhou Yu 9 und Zhou Yu 10 eine Geschichte der nicht regulierten Fischerei an der Grenze der Meile 201 aufweisen.
  • Aktive Lizenzen: Trotz der Vorschrift, die ihre automatische Ungültigkeit fordert, bleiben die Lizenzen aktiv.

Fehlende öffentliche Informationen

Der Bericht warnt vor dem Fehlen eines umfassenden öffentlichen Registers, das Daten über Schiffe, Reeder, erteilte Lizenzen und Sanktionsvorgeschichten zusammenführt. Die Verteilung der Informationen auf verschiedene Organisationen und der Mangel an offenem Zugang erschweren die soziale Kontrolle und die Rechenschaftspflicht.

Diese Entscheidungen verstoßen gegen die gesetzlichen Bestimmungen und offenbaren Mängel bei der Überprüfung von Vorgeschichten und der Identifizierung gesellschaftlicher Beziehungen“, sagte Milko Schvartzman, Koordinator für Ozeane beim CPA.

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Forderung der Organisationen

Die Organisationen schlagen die Schaffung eines Öffentlichen Registers für Schiffe und Fischereilizenzen vor, das online zugänglich und aktualisiert ist und Folgendes ermöglicht:

  • Verbesserung der Transparenz und Rechenschaftspflicht.
  • Verhinderung, dass Unternehmen mit Vorgeschichten illegaler Fischerei Zugang zu den Fischgründen erhalten.
  • Erleichterung der sozialen Überwachung.
  • Stärkung der Nachhaltigkeit der Fischressourcen.

Ohne Transparenz können sich dieselben Fehler wiederholen. Der Fall Univpesca zeigt einen direkten Widerspruch zu Artikel 27 bis und verdeutlicht, dass der Mangel an Zugang zu öffentlichen Informationen es ermöglicht, dass Verwaltungsentscheidungen gegen das Gesetz verstoßen“, erklärte Consuelo Bilbao, politische Direktorin des CPA.

Regionaler Vergleich

Laut Juan Coustet, Forschungskoordinator von Sin Azul No Hay Verde, ist Argentinien im Vergleich zu anderen Ländern der Region im Rückstand:

  • Es gibt kein zentrales und aktualisiertes öffentliches Register der Fischereiflotte.
  • Die offiziellen Informationen sind auf verschiedene Organisationen verteilt und nicht immer offen oder zugänglich.
  • Dies erschwert die effektive Kontrolle der Flotten und ihrer Aktivitäten, schwächt die Aufsichtsfähigkeit und das öffentliche Vertrauen.

Der Fall Univpesca offenbart einen Widerspruch zwischen den geltenden Vorschriften und den Verwaltungsentscheidungen des Föderalen Fischereirats. Der Mangel an Transparenz und einem umfassenden öffentlichen Register ermöglicht es Unternehmen, die mit illegaler Fischerei in Verbindung stehen, Lizenzen zu erhalten, was das nachhaltige Management der Meeresressourcen schwächt.

Die Schaffung eines offenen und zugänglichen Systems erscheint als dringende Maßnahme, um die Legalität, Nachhaltigkeit und das Vertrauen in die argentinische Fischereipolitik zu gewährleisten.

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