Von Luján nach Europa: Florencia, Gordo und Flora beginnen ein neues Leben in Schutzgebieten nach Jahren der Gefangenschaft

Während Jahrzehnten hielt der ehemalige Zoo von Luján in Buenos Aires mehr als 60 Tiere unter prekären Bedingungen. Tiger, Löwen und Bären wurden als Attraktionen ausgestellt, ohne angemessene Betreuung und mit schweren physischen und emotionalen Folgen. Nach seiner Schließung im Jahr 2020 blieben die Tiere in einem Schwebezustand und warteten auf eine endgültige Lösung. Unter ihnen waren Florencia, Gordo und Flora.

Das Eingreifen von Four Paws

Die internationale Organisation Four Paws begann ihre Arbeit in Argentinien, nachdem sie Tiger in San Luis gerettet hatte. Die Operation offenbarte das Ausmaß des Problems: mehr als 200 große Raubkatzen in prekärer Gefangenschaft im Land. Im Jahr 2023 besuchte das Team Luján und stellte die Situation der Tiere fest, obwohl sie erst 2025 nach einer Vereinbarung mit dem Umweltministerium handeln konnten.

Im November desselben Jahres wurde die größte veterinärmedizinische Mission Lateinamerikas für Tiere in Gefangenschaft durchgeführt. Die Diagnosen waren alarmierend: eingewachsene Krallen, Wunden von Kämpfen, Nierenerkrankungen und Probleme, die dringende Operationen erforderten. Außerdem wurden tiefe emotionale Schäden durch jahrelangen Stress und Einsperrung festgestellt.

Die ersten Transporte: Florencia, Gordo und Flora

  • Gordo und Florencia (Bären): wurden aufgrund der sofortigen Verfügbarkeit von Platz im Bear Sanctuary Belitsa in Bulgarien priorisiert. Gordo litt an Übergewicht und Florencia zeigte Anzeichen von Stress.
  • Flora (Tigerin): lebte in einem kleinen Käfig, umgeben von aggressiven Tieren, mit eingewachsenen Krallen, die ihr ständige Schmerzen verursachten. Sie wurde operiert und in das Félida Sanctuary in den Niederlanden verlegt, das auf Fälle spezialisiert ist, die eine enge Überwachung erfordern.
Florencia Gordo y Flora
Florencia, Gordo und Flora, und die veterinärmedizinische Mission, die Hoffnung für Tiere im ehemaligen Zoo von Luján brachte.

Die Reise in die Freiheit

Die drei verließen Luján in den frühen Morgenstunden in Transportkäfigen in Richtung Ezeiza.

  • Flora flog direkt in die Niederlande und wurde dann per Landweg in das Félida Sanctuary gebracht.
  • Die Bären reisten mit einem Frachtflugzeug von Wien nach Frankfurt und dann per Landweg nach Sofia, Bulgarien, um schließlich das Belitsa Sanctuary in den Bergen zu erreichen.

Die Anpassung in den Schutzgebieten

  • Flora: Trotz der Müdigkeit der Reise zeigte sie sofortige Neugier. Sie erkundete ihr Gehege, streckte ihre Krallen gegen einen Baum, nahm Nahrung an und machte es sich in ihrem Bett bequem.
  • Gordo: Anfangs hatte er Schwierigkeiten, auf Gras zu laufen, da er nur Beton kannte, aber bald genoss er die natürliche Umgebung.
  • Florencia: Begierig darauf, herauszukommen, fand sie Fische und Nüsse unter dem Schnee und erkundete ihren neuen Lebensraum, bevor sie in ihre Höhle zurückkehrte.

In Belitsa teilen die Bären den Raum mit 19 anderen Exemplaren, die aus Ausbeutungssituationen gerettet wurden, wie den ehemaligen „Tanzbären“ Osteuropas. Das Team prüft die Möglichkeit, Florencia und Gordo in Zukunft zu sozialisieren.

Die Geschichte von Florencia, Gordo und Flora symbolisiert einen Paradigmenwechsel: von prekärer Gefangenschaft in Argentinien zu einem würdigen Leben in europäischen Schutzgebieten. Ihr Transport markiert den Beginn eines Prozesses der physischen und emotionalen Rehabilitation und unterstreicht die Bedeutung der Umsetzung wirksamer Maßnahmen gegen die Ausbeutung von Wildtieren.

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