Die Haltung von wilden Vögeln in privaten Haushalten ist nach wie vor eine tief verwurzelte Gewohnheit in vielen argentinischen Haushalten. Experten warnen jedoch, dass es sich um eine illegale und gefährliche Praxis handelt, die direkte Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, das Tierwohl und die Erhaltung der Biodiversität hat.
Der Tierarzt Aldo „Pirata“ Olivares, Leiter der Tierklinik El Arca, erklärte dem Portal Diario Huarpe, dass die Haltung von Jagd- oder einheimischen Vögeln außerhalb ihres natürlichen Lebensraums gesetzlich verboten ist und ein gesundheitliches und ökologisches Risiko darstellt.
Am stärksten betroffene Arten
Zu den einheimischen Vögeln, die häufig illegal gefangen und gehandelt werden, gehören:
- Kardinäle, Stieglitze, Blauracken, Waldkönige, Drosseln und Stare.
- Chaco-Papageien und Tucuman-Eichelhäher, die aus anderen Regionen des Landes stammen, tauchen ebenfalls auf dem informellen Markt auf.
Olivares stellte klar, dass nicht alle Vögel verboten sind: Arten wie Kanarienvögel, Diamantfinken, Calafates und australische Sittiche, die aus zugelassenen Zuchten stammen, können legal in Haushalten gehalten werden, da sie nicht aus der Wildfauna entnommen werden.
Gesundheitsrisiken
Wildvögel, die direkt aus der Natur gefangen werden, unterliegen keiner tierärztlichen Kontrolle und können Parasiten und bakterielle Krankheiten übertragen, die auf Menschen übertragbar sind.
- Einer der häufigsten ist die Psittakose, die bei Papageien und Wellensittichen vorkommt und beim Menschen schwere Atemwegserkrankungen verursachen kann.
- Viele dieser Krankheiten sind zoonotisch, das heißt, sie werden von Tieren auf Menschen übertragen und können sich ernsthaft verschlimmern, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden.
Daher betonte Olivares die Bedeutung des Kaufs von Vögeln ausschließlich in autorisierten Zuchten, mit offizieller Dokumentation des Umweltministeriums, die ihre legale Herkunft und ihren Gesundheitszustand bestätigt.

Tierwohl und Verantwortung
Der Spezialist betonte auch, dass ein Vogel in Gefangenschaft vollständig von der Person abhängt, die ihn hält. Faktoren wie Ernährung, Temperatur, Sonneneinstrahlung, Platz und Diät sind entscheidend für seine Gesundheit. Ohne angemessene Beratung ist es leicht, Fehler zu machen, die zu Krankheiten oder Tod führen.
Darüber hinaus wissen viele Menschen nicht, dass einige Vögel zehn Jahre oder länger leben können, was ein langfristiges Engagement erfordert.
Rechtsrahmen in Argentinien
Die Haltung, der Fang und der Handel mit Wildvögeln sind durch das nationale Gesetz Nr. 22.421 zur Erhaltung der Fauna geregelt, das diese Praktiken ohne Genehmigung ausdrücklich verbietet.
- Gesetz 22.421: verbietet die Haltung, den Transport, den Handel und den Fang von Wildtieren.
- Gesetz 14.346 (Tiermisshandlung): bestraft Grausamkeitsakte, einschließlich Gefangenschaft unter unangemessenen Bedingungen.
- Sanktionen: Die Haltung von Wildvögeln in Käfigen kann zu Gefängnisstrafen (15 Tage bis 1 Jahr) und Geldstrafen führen.
- Provinzielle Vorschriften, wie das Gesetz 4.841 in Entre Ríos, verstärken den Schutz der einheimischen Fauna.
Der Fang und die Haltung von Wildvögeln ist nicht nur ein Verbrechen, sondern bedroht auch die Biodiversität, die öffentliche Gesundheit und das Tierwohl. Der Schlüssel liegt in der verantwortungsvollen Haltung, die damit beginnt, das Gesetz zu respektieren und sich immer für Zuchttiere zu entscheiden.



