Im Nationalpark El Impenetrable, Provinz Chaco, gelang es, ein Exemplar des Riesengürteltieres (Priodontes maximus), das größte Gürteltier der Welt, zu fangen und mit einem Satelliten-Tracking-Gerät auszustatten.
Dies ist das zweite Individuum, das mit GPS-Technologie überwacht wird im geschützten Gebiet, nach dem ersten Eingriff im Jahr 2023. Die Art wird in Argentinien als vom Aussterben bedroht eingestuft, was jede Naturschutzmaßnahme zu einem entscheidenden Schritt für ihr Überleben macht.
Projekt Riesengürteltier
Die Initiative ist Teil des Projekts Riesengürteltier, das vom Zentrum für Atlantische Waldforschung (CeIBA) entwickelt wurde. Es handelt sich um die erste langfristige ökologische Studie über diese Art im Land, mit folgenden Hauptzielen:
- Informationen über ihre Ökologie und Bewegungsmuster zu generieren.
- Die Nutzung des Lebensraums und die Erhaltungsanforderungen zu bewerten.
- Prioritäre Korridore in der Region Chaco zu identifizieren.
- Die von der Nationalparkverwaltung (APN) geförderten Managementstrategien zu stärken.
Angewandte Technologie
Das Satelliten-Tracking ermöglicht:
- Bewegungen unter verschiedenen Umweltbedingungen zu verstehen.
- Den Einfluss von Schutz und Störungen auf ihre Bewegungen zu bewerten.
- Kritische Bereiche für den Naturschutz zu identifizieren.
- Biologische Korridore zu entwerfen, die isolierte Populationen verbinden.
Nach der Anbringung des Geräts und der gesundheitlichen Bewertung wurde das Exemplar an der gleichen Fangstelle freigelassen, um Änderungen in seinem natürlichen Verhalten zu minimieren.
Interdisziplinäres Team
An der Operation nahmen Forscher, Tierärzte und Parkwächter teil:
- Yamil Di Blanco, Projektkoordinator (IBS-CONICET).
- Malén Aluhé Rubini Pisano, Biologin.
- Tierärzte Juan Pablo Arrabal und Sebastián Costa, mit der Unterstützung von Macarena Addis.
- Feldtechniker Agustín Solari.
- Parkwächter Javier Orlando Leal, Rafael Rojas, Ariel Beckles und Nelson Salvi.
Diese gemeinsame Arbeit spiegelt die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Institutionen und staatlichen Organisationen wider, um Fortschritte beim Schutz bedrohter Arten zu erzielen.

Ökologische Bedeutung des Riesengürteltiers
Das Riesengürteltier wird als Ökosystem-Ingenieur betrachtet:
- Seine Grabungen verändern den Boden und schaffen Unterschlupf für andere Arten.
- Es trägt zur Belüftung des Bodens und zum Nährstoffrecycling bei.
- Es fördert die Biodiversität, indem es Mikrohabitate im Gran Chaco schafft.
Seine ökologische Rolle macht es zu einer Schlüsselart für das Gleichgewicht der natürlichen Umgebungen. Der Verlust dieses Gürteltiers hätte negative Folgen für die Dynamik der chacoanischen Ökosysteme.
Herausforderungen im Naturschutz
Das Überleben des Riesengürteltiers steht vor mehreren Bedrohungen:
- Abholzung und Verlust des Lebensraums.
- Wilderei für den Verzehr oder illegalen Handel.
- Fragmentierung von Ökosystemen durch landwirtschaftliche und Viehzuchtaktivitäten.
- Fehlende Finanzierung für langfristige Naturschutzprogramme.
Das Satelliten-Monitoring ist ein Schlüsselwerkzeug, um effektive Politiken zu entwerfen, die diese Risiken reduzieren.
Der Fang und das Monitoring des zweiten Riesengürteltiers in El Impenetrable stellt einen beispiellosen wissenschaftlichen und naturschutztechnischen Fortschritt dar.
Dank der interdisziplinären Arbeit wird das Wissen über eine emblematische Art gestärkt, deren Überleben vom Schutz der natürlichen Umgebungen des argentinischen Gran Chaco abhängt.



