Auf ein entscheidendes 2026 zu: Die kritischen Herausforderungen zum Schutz der globalen Ozeane

Die internationale Gemeinschaft bereitet sich auf die Konferenz von Nizza in einem Szenario vor, das von der Langsamkeit bei der Ratifizierung des Hochseevertrags, dem Schutz der Ozeane und der Debatte über den Tiefseebergbau geprägt ist.

Die Zukunft der weltweiten marinen Biodiversität befindet sich an einem Wendepunkt. Während die internationale Gemeinschaft ihren Blick auf die nächste UN-Konferenz über die Ozeane richtet, die im Juni 2025 in Nizza, Frankreich, stattfinden wird, zeichnet sich das Jahr 2026 als der endgültige Zeitpunkt ab, um die diplomatischen Versprechen in verbindliche Maßnahmen umzusetzen.

Allerdings wirft die Kluft zwischen den Erhaltungsaspirationen und der aktuellen politischen Realität Zweifel an der Wirksamkeit des Schutzes der Ozeane auf kurze Sicht auf.

Die Herausforderung der Ratifizierung des Hochseevertrags

Einer der grundlegenden Pfeiler für die Gesundheit des marinen Ökosystems ist das Abkommen über die Biodiversität jenseits der nationalen Gerichtsbarkeit (BBNJ), allgemein bekannt als der Hochseevertrag.

Argentinien hat den Hochseevertrag seit einem Jahr nicht ratifiziert

Obwohl seine Annahme im Jahr 2023 als historischer Meilenstein gefeiert wurde, hängt seine tatsächliche Umsetzung davon ab, dass mindestens 60 Nationen ihn formell ratifizieren.

Bis heute ist das Tempo der Beitritte besorgniserregend langsam. Experten warnen, dass, sollte diese Zahl nicht vor dem Treffen in Nizza erreicht werden, das Ziel, 30 % der internationalen Gewässer bis zum Jahr 2030 zu schützen (das „30×30„-Ziel), praktisch unerreichbar wird. Der Prozess erfordert einen beispiellosen politischen Impuls im Jahr 2025, damit der Vertrag 2026 vollständig in Kraft treten kann.

Der Tiefseebergbau und die Zukunft der Meeresböden

Parallel dazu sieht sich die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) in ihren Verhandlungszentren in Jamaika einem zunehmenden Druck ausgesetzt. Die Debatte konzentriert sich auf die mögliche Öffnung der Meeresabgründe für den industriellen Bergbau.

Während ein Block von Ländern und Unternehmen den Abbau von kritischen Mineralien für den Energiewandel verteidigt, fordert eine wachsende Gruppe von Nationen und Umweltschutzorganisationen ein präventives Moratorium.

Das Jahr 2026 wird entscheidend sein, um festzulegen, ob extraktive Vorschriften eingeführt werden oder ob das Vorsorgeprinzip vorherrscht, um unwiderrufliche Schäden zu vermeiden in Ökosystemen, die von der Wissenschaft noch nicht vollständig erforscht wurden.

Meeresspiegel

Kunststoffe und Verschmutzung: Die letzte Grenze

Ein weiteres offenes Thema ist die Schaffung eines rechtlich verbindlichen globalen Vertrags, um die Verschmutzung durch Kunststoffe einzudämmen. Die Verhandlungen, die zwischen Spannungen aufgrund der Interessen der petrochemischen Industrie und den Anforderungen der Nachhaltigkeit vorangeschritten sind, zielen darauf ab, einen Kontrollrahmen zu schaffen, der den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen umfasst.

Es wird erwartet, dass die endgültigen Vereinbarungen, die Ende 2024 und im Laufe des Jahres 2025 getroffen werden, die Grundlagen für eine neue Schutzvorschrift für die Ozeane schaffen, die ab 2026 in Kraft tritt.

Zusammenfassend ist der Weg nach Nizza nicht nur ein protokollarisches Ereignis, sondern ein Wettlauf gegen die Zeit, um die rechtliche Sicherheit der internationalen Gewässer zu festigen. Die Wirksamkeit der Ozean-Governance im nächsten Jahrzehnt wird von den politischen und rechtlichen Entscheidungen abhängen, die in diesem kritischen Zeitraum getroffen werden.

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