Brasilien legte einen Gesetzentwurf zur Gründung eines staatlichen Unternehmens zur Gewinnung seltener Erden vor, um die chinesische Vorherrschaft herauszufordern.

Der Abgeordnete Rodrigo Rollemberg hat einen Gesetzentwurf zur Gründung von Terrabras (Terras Raras Brasileiras SA) vorgelegt, einem staatlichen Unternehmen, das sich mit dem Abbau von Seltenen Erden und kritischen Mineralien beschäftigt.

Der Vorschlag zielt darauf ab, das Modell von Petrobras zu replizieren, mit minimaler staatlicher Beteiligung zur Sicherstellung der Kontrolle, jedoch offen für private Unternehmen, Entwicklungsbanken und Staatsfonds.

Reserven und geopolitisches Potenzial

Laut dem Geologischen Dienst der Vereinigten Staaten (USGS) ist Brasilien das drittgrößte Land der Welt mit den größten Reserven an Seltenen Erden, mit 21 Millionen metrischen Tonnen, hinter China (44 Millionen) und Vietnam (22 Millionen). Damit liegt es vor Russland, Indien und den Vereinigten Staaten und festigt seine Rolle als strategischer Akteur im globalen Wettbewerb um diese Mineralien.

Das Ziel der brasilianischen Regierung ist der Aufbau einer integrierten Lieferkette, die es ihr ermöglicht, mit der chinesischen Vorherrschaft in diesem Sektor zu konkurrieren.

Die Initiative entsteht in einem Szenario wachsender globaler Interessen. Im Jahr 2023 gewährte die Internationale Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft der Vereinigten Staaten (USDFC) Serra Verde, dem einzigen brasilianischen Unternehmen, das Seltene Erden abbaut, ein Darlehen in Höhe von 565 Millionen Dollar und sicherte sich eine Beteiligung an der Firma. Für Rollemberg spiegelt dieses Ereignis die „ausländische Einmischung“ in den Sektor wider und verstärkt die Notwendigkeit eines staatlichen Unternehmens.

Seltene Erden
Die Vorteile der Seltenen Erden in Brasilien: ein neuer staatlicher Ansatz, um im Sektor der strategischen Mineralien zu konkurrieren.

Was sind Seltene Erden?

Es handelt sich um eine Gruppe von 17 metallischen chemischen Elementen (15 Lanthanoide plus Scandium und Yttrium), die für moderne Technologie und Energiewende unerlässlich sind. Obwohl sie nicht selten sind, ist ihr Abbau komplex und umweltschädlich.

Zu ihren Anwendungen gehören:

  • Hochleistungsmagnete für Elektromotoren und Windturbinen.
  • Verbraucherelektronik wie Smartphones, Bildschirme und Kameras.
  • Verteidigungsindustrie, in Lenkwaffensystemen und Flugzeugmotoren.
  • Medizin, in Magnetresonanztomographiegeräten.

Strategische und wirtschaftliche Bedeutung

Brasilien strebt an, seine Reserven zu nutzen, um:

  • Die globale Lieferkette zu diversifizieren, die derzeit von China dominiert wird.
  • Investitionen anzuziehen und Arbeitsplätze zu schaffen, mit Projekten wie denen in Minaçu (Goiás).
  • Die Energiewende voranzutreiben, indem es Schlüsselmaterialien für saubere Technologien bereitstellt.

Umweltprobleme

Der Abbau von Seltenen Erden stellt erhebliche Herausforderungen dar: toxische Prozesse, Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften und Kontaminationsrisiken. Die nationale Strategie muss die mineralische Souveränität mit dem Umwelt- und Sozialschutz in Einklang bringen.

Die Gründung von Terrabras stellt einen entscheidenden Schritt dar, damit Brasilien sein geologisches Potenzial in industrielle und technologische Entwicklung umwandeln kann. In einer Welt, in der Seltene Erden als das „Gold des 21. Jahrhunderts“ gelten, strebt das Land an, sich als strategische Alternative gegenüber der chinesischen Dominanz zu positionieren, obwohl es sich den wirtschaftlichen und ökologischen Kosten dieser Wette stellen muss.

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