Die Privatisierung von AySA und die Unterfinanzierung von ACUMAR bedrohen die Sanierung des Matanza-Riachuelo-Beckens

Vor 18 Jahren erließ der Oberste Gerichtshof das historische Urteil Mendoza, das den Nationalstaat, die Provinz und die Stadt Buenos Aires verpflichtete, auf die ernste sozio-ökologische Situation des Matanza-Riachuelo-Beckens zu reagieren. Ziel war es, Zugang zu Wasser, sanitäre Einrichtungen und öffentliche Gesundheit für mehr als 4 Millionen Menschen zu gewährleisten.

Ende 2024 schloss der Gerichtshof den Fall jedoch, obwohl die meisten Ziele noch nicht erreicht sind. Die ACUMAR ist weiterhin aktiv, jedoch ohne ausreichende institutionelle und finanzielle Unterstützung.

Haushaltskürzungen

Im Jahr 2024 fielen die Mittel für Sanierung und Infrastruktur real um 76,6% aufgrund von Unterausführung, und das nationale Budget für den Fall Mendoza wurde um 69% reduziert. Dies führt zu:

  • Stillgelegten Bauarbeiten.
  • Mangel an Umweltkontrollen.
  • Anwohner, die Schadstoffen in Wasser, Boden und Luft ausgesetzt sind.

Die Folgen sind gravierend: Atemwegserkrankungen, Bleivergiftungen und Arsenvergiftungen sowie Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Privatisierung von AySA

In diesem Kontext fördert die nationale Regierung die Privatisierung von AySA, einem Schlüsselunternehmen für die Sanierung des Beckens und die Entwicklung des Riachuelo-Systems, eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der letzten Jahrzehnte.

Organisationen wie FARN, Foro Hídrico de Lanús, ACDH, Fundación Ambiente y Medio, Espacio Oikos und die Asociación Argentina de Abogados/as Ambientalistas haben eine Sammelklage eingereicht, um die Privatisierung zu stoppen.

Risiken der Privatisierung

  • Die Fortsetzung wesentlicher Investitionen zur Erweiterung des Zugangs zu Trinkwasser und Abwassernetzen ist gefährdet.
  • Finanzielle Rentabilität wird über grundlegende Rechte gestellt.
  • Der Staat beabsichtigt, 90% der Aktien zu verkaufen, ohne eine umfassende Bewertung der Umwelt- und Sozialauswirkungen.
  • Es wurde keine öffentliche Prüfung zu ausstehenden Arbeiten, Umweltverbindlichkeiten oder zukünftigen Bedürfnissen durchgeführt.
  • Es wurde keine öffentliche Anhörung einberufen, was gegen das Escazú-Abkommen verstößt.
cuenca Matanza-Riachuelo
Das Matanza-Riachuelo-Becken steht vor großen Herausforderungen.

Wasser: Menschenrecht, keine Ware

Die Diskussion geht über das Management eines Unternehmens hinaus: Es geht darum, zu entscheiden, ob Wasser als Ware oder als unverzichtbares Gemeingut für Gesundheit und Würde betrachtet wird. Der Zugang zu Trinkwasser darf nicht den Rentabilitätskriterien unterworfen werden.

Grundlegende Gründe für die Sanierung

  • Gesundheit und Lebensqualität: Die historische Verschmutzung mit Schwermetallen und Abfällen beeinträchtigt direkt die Anwohner und verursacht schwere Krankheiten.
  • Wiederherstellung des Ökosystems: Der Fluss leidet unter Sauerstoffmangel und der Ansammlung von toxischen Sedimenten. Die Reinigung seiner Gewässer ermöglicht die Wiederherstellung von Flora und Fauna und die Wiederherstellung von Freizeitnutzungen.
  • Nachhaltige Stadtentwicklung: Das Becken konzentriert eine große industrielle Aktivität. Technologische Umstellung und die Beseitigung von Mülldeponien sind entscheidend für eine saubere Produktion.
  • Rechtliche Verpflichtung: Das Mendoza-Urteil verpflichtet den Staat zur Umsetzung umfassender öffentlicher Politiken durch ACUMAR.

Die Privatisierung von AySA und die Unterfinanzierung von ACUMAR gefährden die Zukunft des Matanza-Riachuelo-Beckens und die Gesundheit von Millionen von Einwohnern.

Achtzehn Jahre nach dem Mendoza-Urteil bleibt die Frage aktuell: Wird Wasser als Ware oder als grundlegendes Menschenrecht behandelt?

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