Die Oberster Gerichtshof der Provinz Buenos Aires hat ein Urteil gegen das agrochemische Unternehmen Atanor bestätigt, das für die irreversible Verschmutzung des Paraná-Flusses in San Nicolás verantwortlich gemacht wird.
Das vor 12 Jahren eingeleitete Gerichtsverfahren wurde nach Beschwerden der Asociación Civil Cuenca Río Paraná konsolidiert, die systematische Unregelmäßigkeiten in der Produktion des Unternehmens und in den staatlichen Kontrollen aufdeckte.
Das Urteil gewinnt zusätzliche Bedeutung durch die neuen Verschmutzungsepisoden, die 2026 registriert wurden, und durch die Explosion eines Reaktors in der Anlage Monate zuvor, die die Evakuierung nahegelegener Stadtviertel erforderte und bei Anwohnern Atemwegssymptome verursachte.
Beweise für Verschmutzung
Jüngste Untersuchungen von Greenpeace Argentinien und dem Conicet bestätigten das Vorhandensein von Agrochemikalien in Regenwasserabflüssen, die in den Paraná münden. Zu den nachgewiesenen Verbindungen gehören:
- Glyphosat.
- AMPA (Abbauprodukt von Glyphosat).
- Atrazin und damit verbundene Metaboliten.
- Atrazin-Hydroxy in extrem hohen Konzentrationen.
Diese Funde untermauern das Gerichtsurteil und zeigen unzureichende Behandlungen von Atanor zur Beseitigung der Schadstoffe auf.
Kritik an staatlichen Kontrollen
Das Urteil hob auch schwere Mängel in der Arbeit von Provinzbehörden wie der Wasserbehörde (ADA) und dem Umweltministerium von Buenos Aires hervor, die nicht alle mit der industriellen Tätigkeit verbundenen Verbindungen überprüften. Sogar eine illegale Verbindung in der Anlage wurde bei jüngsten Inspektionen entdeckt.
Der Anwalt Fabián Maggi, Vertreter der klagenden Vereinigung, betonte, dass das Urteil dazu zwingt, sich über das wahre territoriale und zeitliche Ausmaß der Verschmutzung und über die konkreten Maßnahmen Gedanken zu machen, die zum Schutz der Bevölkerung ergriffen werden sollen.

Soziale und ökologische Auswirkungen
Die Verschmutzung des Paraná betrifft direkt Tausende von Menschen, die in der Nähe eines chemischen Komplexes im Herzen von San Nicolás leben. Die Risiken umfassen:
- Gesundheitsbeeinträchtigung: Exposition gegenüber Agrochemikalien mit Atemwegs- und neurologischen Auswirkungen.
- Umweltverschlechterung: Verlust der aquatischen und terrestrischen Biodiversität.
- Historische Verschmutzung: Vorhandensein persistenter chemischer Substanzen in Wasser, Boden und Luft.
Verpflichtungen des Staates
Das Gerichtsurteil legt fest, dass der Staat erklären muss:
- Wie weit die Verschmutzung reicht.
- Wie lange sie anhielt.
- Welche Substanzen in der Umwelt verbleiben.
- Welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden, um die Bevölkerung zu schützen.
Maggi betonte die Notwendigkeit einer umfassenden, unabhängigen und transparenten Umweltuntersuchung, die das wahre Ausmaß des historischen Schadens aufzeigt.
Verlagerung der Anlage
Derzeit befindet sich Atanor im Prozess der Verlagerung nach der gerichtlichen Anordnung, die Produktion von Agrochemikalien in San Nicolás endgültig einzustellen. Organisationen wie Greenpeace und das Umweltforum San Nicolás (Fomea) fordern, dass der Abbau und die Reinigung unter strenger Umweltüberwachung durchgeführt werden.
Das Urteil gegen Atanor setzt einen wichtigen Präzedenzfall im argentinischen Umweltschutz. Die Verschmutzung des Paraná ist nicht mehr nur eine Anwohnerbeschwerde: Sie ist eine gerichtlich anerkannte Realität, die dazu zwingt, die staatlichen Kontrollmechanismen und die unternehmerische Verantwortung bei Hochrisikoaktivitäten neu zu überdenken.



