Die patagonische Küste hat sich zu einem Schlüsselgebiet für die Meereswissenschaften entwickelt. In den letzten fünfzehn Jahren hat der Seiwal im südwestlichen Atlantik eine historische Bevölkerungszunahme erlebt, wodurch der Golf von San Jorge zu einem unverzichtbaren Raum für sein Überleben geworden ist.
Angesichts dieses Phänomens beschloss ein Forscherteam unter der Leitung von Mariano Coscarella (CONICET), zusammen mit Lehrkräften der UNPSJB, der NOOA und Rewilding Argentina, die Bewegungen der Art mittels Satellitentechnologie zu verfolgen, um zu verstehen, wie sie die patagonische Umgebung nutzen.
Satellitentechnologie auf der Spur
Die Wissenschaftler installierten Langzeit-Sender an drei Exemplaren, die in der Lage sind, während der gesamten ozeanischen Reise Signale zu senden. Die ersten Daten zeigten, dass eines der Tiere bis nach Südbrasilien gelangte, bevor das Signal verloren ging, was die Hypothese stärkt, dass sich dort ihre Fortpflanzungsgebiete befinden könnten.
Derzeit senden zwei Wale in Echtzeit von den brasilianischen Küsten, was bisher unbekannte Informationen über das endgültige Ziel ihrer Migration liefern könnte.
Die Karte der Biodiversität
Der Großteil der Verfolgung erfolgt in der Nähe des Naturschutzgebiets Punta Marqués, wo sich die Exemplare massenhaft versammeln. Obwohl es weiter nördlich außergewöhnliche Enklaven gibt, wie den Provinzpark Patagonia Azul, wird im Golf von San Jorge die größte biologische Produktivität verzeichnet.
Dieses Ökosystem zieht Seevögel, Delfine, Fischschwärme und andere Wale an und wird zu einem einzigartigen Raum für die Wissenschaft. Die Satellitendaten bestätigten, dass die Seiwale in einem 30 bis 40 km breiten Streifen entlang der Küste bleiben und sich ausschließlich dort ernähren. Das am meisten genutzte Gebiet erstreckt sich vom Norden von Comodoro Rivadavia bis zum Süden von Caleta Olivia.

Erhaltungsstrategien
Diese Bevölkerungsdynamik zu kennen, ist entscheidend für die Entwicklung von Managementstrategien und die Bewertung der Schaffung eines geschützten Meeresgebiets, das den langfristigen Erhalt des Lebensraums gewährleistet.
Die Forscher betonen, dass die gewonnenen Informationen dazu beitragen werden, öffentliche Politiken zu lenken, touristische Aktivitäten zu regulieren und den Schutz eines für die Biodiversität des argentinischen Meeres wichtigen Ökosystems zu stärken.
Die patagonische Strenge und die Zukunft der Walbeobachtung
Die Forschung steht vor extremen Bedingungen: Der Golf von San Jorge, mit seiner offenen Mündung, setzt die Boote einem Klima aus, das dem offenen Ozean ähnelt. Die Ausrüstung an den Tieren anzubringen, erforderte Jahre technischer Versuche und die Zusammenarbeit mit lokalen Seefahrern, die die Geheimnisse des Meeres kennen.
Dieses Lernen trägt nicht nur zur Wissenschaft bei, sondern legt auch die Grundlagen für ein zukünftiges System der touristischen Walbeobachtung im Süden von Chubut, diversifiziert die regionale Wirtschaft und fördert den Naturschutz.
Die Satellitenverfolgung des Seiwals in Chubut eröffnet ein beispielloses Fenster zum Wissen über eine Art, die Patagonien als Nahrungsquelle gewählt hat.
Die Entdeckung ihrer Migrationsrouten und Fortpflanzungsgebiete wird es ermöglichen, Erhaltungsstrategien zu festigen und eine Zukunft zu projizieren, in der Wissenschaft, Tourismus und Umweltschutz im Gleichgewicht koexistieren.



