Einspruch gegen Genehmigung für Trekking auf der Nordseite des Perito-Moreno-Gletschers: Debatte zwischen Tourismus und Naturschutz

Der Anwalt Juan Ignacio Graziano, Vertreter der Konzessionärin Hielo y Aventura, hat einen Widerspruchsantrag bei der Verwaltung des Nationalparks Los Glaciares und der Regionaldirektion Südpatagonien eingereicht. Ziel ist es, die Erteilung einer vorläufigen touristischen Genehmigung für Trekkingtouren auf der Nordseite des Perito-Moreno-Gletschers in Frage zu stellen, einem als Strenges Naturschutzgebiet kategorisierten Bereich.

Umweltargumente

Der Widerspruch konzentriert sich auf die Umweltfrage:

  • Im Strengen Naturschutzgebiet sind alle menschlichen Aktivitäten verboten, außer wissenschaftlicher Forschung und Naturschutz.
  • Graziano berief sich auf Grundsätze internationaler Verträge, das Allgemeine Umweltgesetz, das Waldgesetz und das Gletschergesetz.
  • Er wies auf das Prinzip der Umweltnichtregressivität hin, das die Reduzierung bereits erreichter Schutzstandards verhindert.
  • Er erinnerte daran, dass der Managementplan 2019-2029 klare Zonierungen festlegt und dass der Norden selbst für den Park unantastbar ist.

Außerdem warnte er, dass der Gletscher seit 2021 Anzeichen von Rückzug zeigt, was es riskanter macht, anthropogene Aktivitäten in einem verbotenen Bereich zu erhöhen.

El Calafate, Heimat des Perito-Moreno-Gletschers, verzeichnete die höchste Temperatur seit 65 Jahren aufgrund der besorgniserregenden Hitzewelle in Patagonien
Was passiert mit dem Perito-Moreno-Gletscher? Ein Rechtsmittel verteidigt den Umweltschutz im Park.

Technische Einwände

Der Anwalt stellte auch das technische Verfahren in Frage:

  • Das interessierte Unternehmen legte eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) vor.
  • Die Regionaldirektion genehmigte stattdessen einen Umweltbericht (UB), der weniger wissenschaftlich fundiert ist.
  • Es sollen Vorabgenehmigungen der Tragfähigkeit ohne Bürgerbeteiligung erfolgt sein.

Im Gegensatz dazu hob Graziano hervor, dass von Hielo y Aventura immer komplexere und kumulative Umweltstudien verlangt wurden.

Beschwerde über Ungleichheit und Unregelmäßigkeiten

Der Widerspruch prangert auch eine Asymmetrie bei der Erteilung von Genehmigungen an:

  • Die vorläufigen Genehmigungen verletzen die Vorschriften für öffentliche Aufträge, indem sie Ausschreibungen vermeiden.
  • Die bestehenden Konzessionen entstanden aus Ausschreibungen in den Jahren 2013-2014 mit Ausschreibungsunterlagen, Garantien und Infrastrukturverpflichtungen.
  • Die vorläufigen Genehmigungen ermöglichen es den Unternehmen, sich ohne Verpflichtungen zurückzuziehen, was ungleiche Spielregeln schafft.

Graziano bestand darauf, dass es gerecht wäre, für jedes neue Tourismusprojekt in Parkbereichen eine Ausschreibung durchzuführen.

Mögliche gerichtliche Konsequenzen

Der Widerspruch wurde mit Hierarchie und subsidiär eingereicht. Sollte keine positive Antwort erfolgen, kündigte Graziano an, dass er sich an die Bundesjustiz wenden wird, um durch einstweilige Verfügungen oder Schutzmaßnahmen die Behandlung der Umweltfrage sicherzustellen.

Der Fall eröffnet ein neues Kapitel in der Debatte über die Regulierung touristischer Aktivitäten in Schutzgebieten und das Gleichgewicht zwischen Entwicklung und Naturschutz am Perito-Moreno-Gletscher, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Diskussion stellt die Spannung zwischen touristischer Attraktivität und der Notwendigkeit, fragile Ökosysteme angesichts des Klimawandels zu bewahren, in den Mittelpunkt.

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