Die argentinische Regierung fördert die Lockerung – oder sogar die Abschaffung – der Beschränkungen für den Kauf von ländlichen Flächen durch Ausländer.
Die Maßnahme eröffnet die Debatte über das Gesetz 26.737, das 2011 verabschiedet wurde und eine Obergrenze von 15 % ausländischen Eigentums auf nationaler, provinzieller und kommunaler Ebene festlegte, zusätzlich zu Beschränkungen in sensiblen Gebieten wie Gewässern und Grenzgebieten.
Die Diskussion ist nicht nur technischer Natur: Es geht darum, wer das Territorium kontrolliert und zu welchen Zwecken. In einem Kontext der Krise und des Drucks, mehr zu exportieren, taucht das Land als strategische Ressource in Salzebenen, Bergketten und Monokulturregionen wieder auf.
Die Ausländerbeteiligung in Zahlen
- Gesamtfläche der ländlichen Gebiete: mehr als 266 Millionen Hektar.
- In ausländischer Hand: etwa 13,2 Millionen (≈5%).
- Der nationale Durchschnitt verschleiert die Konzentration in Schlüsselgebieten: Salzebenen im Nordwesten, Bergregionen und Gebiete mit Zugang zu Süßwasser.
Beispiel: Im Bezirk Tinogasta (Catamarca) sind von 2,28 Millionen Hektar mehr als 608.000 in ausländischer Hand, was 27 % des Territoriums entspricht, weit über dem nationalen Limit.
Territorium und Extraktivismus
Die Lockerung des Gesetzes wird als Weg zur Anziehung von Investitionen präsentiert. In Gebieten wie Andalgalá, Antofagasta de la Sierra und Fiambalá definiert die Ausweitung von Lithium- und Kupferprojekten den Zugang zu Wasser, Straßen und möglichen Aktivitäten neu.
Das Land hört auf, nur ein Produktionsmittel zu sein, und wird zu einem globalen Finanzvermögen innerhalb transnationaler Investitionskreisläufe. Dies verändert, wer die tatsächliche Macht über das Leben in diesen Gebieten hat.

Juristische Asymmetrien
Während transnationale Unternehmen über Verträge und Schiedsverfahren verfügen, um ihre Investitionen zu schützen, stehen die Gemeinschaften schwachen rechtlichen Rahmenbedingungen gegenüber. Die vorherige, freie und informierte Konsultation (Übereinkommen 169 der IAO) wird unzureichend angewendet, und Proteste werden oft kriminalisiert.
Die Liberalisierung des Bodenmarktes ist nicht neutral: Sie greift in bereits umstrittene Gebiete ein und neigt die Waage zugunsten von Akteuren mit größerer wirtschaftlicher und rechtlicher Macht.
Globale Dimension
Der Übergang zu erneuerbaren Energien erhöht die Nachfrage nach Lithium und Kupfer und verstärkt den Druck auf die Salzebenen im Nordwesten Argentiniens. Die Gebiete des Globalen Südens tragen die Kosten eines Prozesses, der in einem anderen Maßstab entschieden wird.
Der Verbindliche Vertrag über transnationale Unternehmen und Menschenrechte zielt darauf ab, klare Verpflichtungen und wirksame Mechanismen für den Zugang zur Justiz zu schaffen, um die Kluft zwischen der Unternehmensmacht und der Verteidigungsfähigkeit der Gebiete zu schließen.
Auswirkungen auf Bauern und Kleinproduzenten
Der Zugang zu Land bleibt eine strukturelle Schuld:
- Bauern und Familienproduzenten stehen vor unsicherem Besitz oder der Unmöglichkeit, eigenes Land zu erwerben.
- Die Konzentration großer Flächen in wenigen Händen begrenzt die rechtliche Sicherheit und die produktive Unterstützung.
- Die Bedingungen für ausländische Investitionen zu erweitern, ohne die Verteilung zu diskutieren, verstärkt die strukturelle Ungleichheit.
Die Lockerung des Gesetzes über ländliche Flächen definiert nicht nur den Immobilienmarkt neu: sie reorganisiert das argentinische Territorium im Sinne des transnationalen Kapitals. Der Streit dreht sich um Souveränität, Zugang zu Wasser und die Fähigkeit der Gemeinschaften, über ihre Gebiete zu entscheiden.
In einem Land, in dem der Zugang zu Land für diejenigen, die es bearbeiten, weiterhin begrenzt ist, vertieft die weitere Öffnung des Marktes für Ausländer die Ungleichheit und gefährdet strategische Ressourcen.



