Jakarta sinkt in alarmierendem Tempo: Die bevölkerungsreichste Stadt der Welt könnte vor 2050 unter Wasser stehen

Die Hauptstadt Indonesiens, Jakarta, wo mehr als 40 Millionen Menschen leben, steht vor einer existenziellen Herausforderung: das fortschreitende Absinken des Bodens in Kombination mit dem Anstieg des Meeresspiegels.

Laut geodätischen Messungen sinkt das Gelände in verschiedenen Gebieten im Norden der Stadt um 20 bis 28 Zentimeter pro Jahr. Sollte dieser Trend anhalten, könnte ein großer Teil der Stadt vor 2050 dauerhaft unter Wasser stehen.

Ursachen des Absinkens

Das Phänomen ist auf eine Kombination aus menschlichen und natürlichen Faktoren zurückzuführen:

  • Intensive Grundwasserentnahme: Millionen von Bewohnern sind aufgrund der unzureichenden öffentlichen Versorgung auf private Brunnen angewiesen. Dies schwächt die Schichten, die den Boden tragen.
  • Weiche Böden: die Stadt liegt auf ehemaligen Sümpfen und Flussablagerungen.
  • Klimawandel: der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet, bis zu 30 cm über den vorherigen Schätzungen in einigen Regionen.
  • Schwere Infrastruktur: das Gewicht von Gebäuden und Straßen beschleunigt die Verdichtung des Bodens.

Sichtbare Konsequenzen

In den nördlichen Stadtteilen von Jakarta liegen Straßen und Häuser bereits mehrere Meter unter dem Meeresspiegel, mit wiederkehrenden Überschwemmungen, die das tägliche Leben beeinträchtigen.

Risse in Fundamenten und der Zusammenbruch von Entwässerungssystemen sind Anzeichen für eine Infrastruktur, die sich schwer anpasst.

Regierungsantworten

Die Behörden haben groß angelegte Projekte vorangetrieben:

  • Giant Sea Wall: eine Küstenmauer, die den Vormarsch des Meeres aufhalten soll, mit einer teilweisen Fertigstellung gegen Ende dieses Jahrzehnts.
  • Verbesserungen der städtischen Entwässerung.
  • Umsiedlungspläne für Regierungsfunktionen in weniger gefährdete Gebiete.
Die Stadt Jakarta sinkt
Die Stadt Jakarta sinkt

Ein globales Problem

Das Absinken ist nicht exklusiv für Jakarta. Mehrere Städte weltweit stehen vor demselben Phänomen:

  • Asien: Tianjin (China, >5 cm/Jahr), Ho Chi Minh (Vietnam, >20 mm/Jahr), Bangkok (Thailand), Chittagong (Bangladesch), Mumbai (Indien, 0,8 cm/Jahr), Shanghai (China).
  • Amerika: Houston (USA, bis zu 5 cm/Jahr), Mexiko-Stadt (bis zu 50 cm/Jahr), New York, New Orleans, Rio de Janeiro.
  • Europa und andere: Venedig (Italien), London (Vereinigtes Königreich), Tokio (Japan).

In vielen Fällen erfolgt das Absinken schneller als der Anstieg des Meeresspiegels, was das Risiko von Überschwemmungen vervielfacht.

Globale Hauptursachen

  • Grundwasserentnahme: verantwortlich für bis zu 80% des Absinkens in mehreren Städten.
  • Gewicht der Gebäude: insbesondere in Städten mit Wolkenkratzern.
  • Natürliche Sedimente: weiche Böden, die sich im Laufe der Zeit verdichten.
  • Klimawandel: verstärkt Überschwemmungen in bereits gefährdeten Gebieten.

Der Fall Jakarta ist ein Symbol für die städtische und klimatische Krise, der sich die großen Küstenstädte stellen müssen.

Das Absinken des Bodens, kombiniert mit dem Anstieg des Meeresspiegels und den Monsunregen, bedroht die Sicherheit von Millionen von Einwohnern. Die Antwort erfordert resiliente Infrastruktur, nachhaltiges Wassermanagement und Klimaanpassungspolitiken.

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