Im Rahmen eines intensiven politischen Szenarios versucht der Regierungsblock, die Behandlung der Reform des Gesetzes 26.639 über Mindestanforderungen zum Schutz der Gletscher und des Periglazialgebiets zu beschleunigen.
Die Initiative, die im Abgeordnetenhaus diskutiert wird, hat starke Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Fraktionen, Umweltorganisationen und Vertretern des Produktionssektors ausgelöst.
Die zentralen Punkte der Reform
Der Schwerpunkt der Diskussion liegt in der Änderung der Definition von Gletscher und des Periglazialgebiets.
Laut dem vom Regierung vorgeschlagenen Text soll der Schutz auf jene Eiskörper beschränkt werden, die bestimmte Dimensionen erfüllen und im Nationalen Gletscherinventar nachweislich erfasst sind.
Die Sektoren, die die Reform verteidigen, argumentieren, dass die aktuelle Gesetzgebung „zu restriktiv“ sei und Investitionen im Bereich der Bergbau und der Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen in Hochgebirgsregionen verhindere.
Im Gegensatz dazu warnen die Opposition und die Wissenschaftler des CONICET , dass eine Reduzierung des geschützten Gebiets die Felsgletscher und die Gebiete, die die Wassereinzugsgebiete des Landes speisen, ungeschützt lassen würde.
Die Debatte in den Kommissionen
Die Strategie des Regierungsblocks besteht darin, das Projekt in den Kommissionen für Natürliche Ressourcen, Bergbau und Haushalt zu verabschieden.
Die Abgeordneten von Libertad Avanza und der PRO argumentieren, dass das Gesetz eine „Aktualisierung“ benötigt, um den Unternehmen Rechtssicherheit zu bieten, während Fraktionen wie Unión por la Patria und die Linke einen Versuch der „Übergabe strategischer Ressourcen“ anprangern.
Im Laufe der Anhörungen haben verschiedene Akteure ihre Meinung geäußert:
- Bergbaukammern: Sie fordern, dass das Gesetz keine Projekte in Gebieten blockiert, in denen keine bedeutenden hydrologischen Gletscher bestätigt sind.
- Umweltschützer: Sie warnen vor dem Risiko der Verschmutzung und dem Verlust von Süßwasserreserven in einem Kontext anhaltender Dürre.
- Bürgerinitiativen: Sie haben Mobilisierungen gestartet, um zu verhindern, dass der Artikel geändert wird, der die extraktive Tätigkeit in Gletschergebieten verbietet.
Kontext und gesetzgeberische Fristen
Die Dringlichkeit des Regierungsblocks ergibt sich aus der Notwendigkeit, Fortschritte in der Agenda der wirtschaftlichen Deregulierung zu zeigen.
Allerdings stellt der Mangel an absolutem Konsens selbst unter den Verbündeten in Frage, ob sie die notwendigen Stimmen im Plenum ohne kurzfristige Änderungen des Wortlauts erreichen werden.
Das Gletschergesetz, das ursprünglich 2010 verabschiedet wurde, gilt als eines der wichtigsten Umweltgesetze Argentiniens.
Seine mögliche Reform wird nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch von internationalen Organisationen, die die Einhaltung der Abkommen über Klimawandel und Biodiversität überwachen, aufmerksam verfolgt.



