In der Provinz Catamarca haben lokale Tourismusdienstleister den chinesischen Lithiumkonzern Zijin-Liex beschuldigt, das Austrocknen von Hochlandlagunen in Fiambalá zu verursachen, einem für seine natürliche Schönheit anerkannten Reiseziel mit wachsender touristischer Attraktivität.
Der Protest manifestierte sich in einer Straßensperre am „km 0“, dem Zugang zur Straße zum Balcón del Pissis, einem Gebiet von hohem landschaftlichem Wert, das auch von Bergbauunternehmen genutzt wird.
Was als Forderung nach Verkehrssicherheit begann, entwickelte sich zu einer Anklage wegen Umweltökotizids, mit besonderer Besorgnis über die Laguna Verde, deren Wasserstand sich um bis zu fünf Meter verringert haben soll. Die Dienstleister behaupten, dass das Phänomen direkt mit dem Lithiumabbau in der nahegelegenen Salzwüste zusammenhängt.
Fiambalá hat sich dank seiner Hochlandlagunen als touristisches Ziel etabliert: Laguna Celeste, Laguna Negra und Laguna Verde, letztere gilt als das Juwel der Region wegen ihrer wechselnden Farben. Der Verlust dieser natürlichen Ressourcen gefährdet nicht nur die Biodiversität, sondern auch die lokale Wirtschaft, die vom Tourismus abhängt.
Kontroversen mit dem Lithiumkonzern
Das Unternehmen Zijin-Liex hatte bereits im Oktober 2024 Probleme, als der Bau der Lithiumverarbeitungsanlage in Fiambalá gestoppt wurde. Es gab massive Entlassungen, Beschwerden über schlechte Arbeitsbedingungen und sogar eine Anklage wegen geschlechtsspezifischer Gewalt gegen einen Manager. Die Gemeinschaft, die Wohlstand und Entwicklung erwartet hatte, fand sich mit Arbeitslosigkeit und Frustration konfrontiert.
Anwohner äußerten ihre Enttäuschung: „Meinen Sohn haben sie einfach so entlassen, er soll sehen, ob es Arbeit gibt und wo die versprochene Entwicklung ist“. Die Ankunft des Bergbaus, ohne Planung oder klare Umweltmaßnahmen, veränderte das tägliche Leben einer Gemeinschaft mit Traditionen der Weidewirtschaft und Wollweberei.

Umweltauswirkungen des Lithiums
Der Lithiumabbau erfordert enorme Mengen Wasser: zwischen 2.000 und 5.000 Litern pro Tonne. In einer trockenen Region wie Fiambalá ist diese Nachfrage kritisch.
- Salzhaltige und lebendige Lagunen sind durch die Übernutzung von Grundwasserleitern vom Verschwinden bedroht.
- Das Wasser, lebenswichtig für die Bevölkerung, die Fauna und Flora, wird in den Bergbau umgeleitet.
- Der Tourismus, der von diesen Landschaften abhängt, sieht einer ungewissen Zukunft entgegen.
Die Tourismusdienstleister bestehen darauf, dass die Verordnung, die den Zugang zum Balcón del Pissis regelt, eingehalten wird und dass eine strengere Kontrolle der Bergbauaktivitäten eingeführt wird. Bürgermeister Raúl Usqueda kam, um mit den Demonstranten zu sprechen, aber die Lösungen scheinen noch weit entfernt.
Ein nationales Problem
Der Fall Fiambalá spiegelt ein größeres Dilemma wider: Der Lithiumabbau, ein Schlüsselressource für den globalen Energiewandel, verursacht schwere Umwelt- und soziale Folgen in argentinischen Gemeinden. Das Versprechen wirtschaftlicher Entwicklung muss von einer ethischen und ökologischen Verantwortung begleitet werden, die, wie behauptet wird, in vielen Projekten fehlt.
Ohne angemessene Verwaltung kann der Fortschritt des Bergbaus diese Landschaften in ökologische und soziale Wüsten verwandeln und sowohl die Biodiversität als auch die kulturelle Identität der Gemeinschaften gefährden.
Die Anklage in Fiambalá zeigt die Spannung zwischen der Bergbauentwicklung und der Erhaltung wesentlicher natürlicher Ressourcen. Das Austrocknen von Hochlandlagunen bedroht nicht nur die Biodiversität, sondern auch die wirtschaftliche und kulturelle Lebensgrundlage der Region. Die Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen der Ausbeutung einer strategischen Ressource und dem Schutz der Ökosysteme zu finden, die das Leben und die lokale Identität unterstützen.



