Der Brand in Puerto Patriada, einem Ort in der Provinz Chubut, wurde als eingedämmt erklärt, nachdem er seit dem 5. Januar 14.770 Hektar von einheimischen Wäldern, Plantagen und Weideland verwüstet hatte. Das Feuer zerstörte zudem 34 Häuser in Epuyén und El Hoyo.
Laut dem Provinzsystem zur Brandbekämpfung (SPMF) ist ein eingedämmter Brand noch aktiv, breitet sich jedoch nicht mehr aus. Der nächste Status ist „kontrolliert“, wenn keine Möglichkeit der Wiederentzündung mehr besteht, und dann „gelöscht“, nach der Aschewache.
Der Minister für Sicherheit und Justiz von Chubut, Héctor Iturrioz, warnte, dass kleinere Brandherde bestehen bleiben und das Feuer „unter der Erde, in den Wurzeln“ verbleiben kann. Daher setzen die Einsatzkräfte von Feuerwehrleuten und schnellen Eingreiftruppen ihre Arbeit mit 551 eingesetzten Personen fort.
Einsatz der Brigaden
Während des Tages durchkämmten Provinzbrigaden und freiwillige Feuerwehrleute kritische Bereiche:
- La Burrada und die Brigade von Puerto Patriada.
- La Angostura und Callejón de Mayorga.
- El Coihue, wo heiße Punkte entdeckt wurden.
- Bahía Las Percas – La Condorera, mit aktiven Brandherden im Hochland.
Der Bürgermeister von El Hoyo, César Salamín, rief die Touristen auf, ihren Urlaub fortzusetzen, und versicherte, dass die Dienstleistungen bereit sind, Besucher zu empfangen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass das Feuer durch menschliche Ursachen, möglicherweise durch Fahrlässigkeit, ausgelöst wurde.
Los Alerces: fünf aktive Brandherde
Der Nationalpark Los Alerces verzeichnet fünf aktive Brandherde und etwa 11.000 betroffene Hektar. Der Forscher des CONICET, Thomas Kitzberger, warnte vor einer „neuen Normalität“ in Patagonien: Brände von Zehntausenden von Hektar, längere Dürreperioden und häufigere Hitzewellen. Das verbrannte Material wird zu Brennstoff für zukünftige Brände.
Eine Drohne filmte die verzweifelte Flucht von Tieren in der Nähe des Lago Rivadavia: Wildschweine, Vögel und Hirsche flüchteten in Richtung Cholila. Anwohner baten darum, vorsichtig zu fahren, um sie nicht zu überfahren.

Zeugenaussagen von der Front
Der Feuerwehrmann Hernán Mondino berichtete, dass das Feuer am 9. Dezember durch einen Blitzschlag begann und sich nach Norden in den Nationalpark ausbreitete, wobei es emblematische Gebiete wie die Hängebrücke des Río Arrayanes, Lago Verde und Lago Rivadavia betraf.
Obwohl es in der Provinz geregnet hat, erklärte Mondino, dass die Niederschläge nicht ausreichen, um die Fronten zu stoppen, aber ein angenehmeres Arbeitsklima schaffen. Das SPMF warnte, dass sich die Gefahrenlage nicht geändert hat: Es werden starke Winde und steigende Temperaturen erwartet.
Die Arbeitstage der Feuerwehrleute sind anstrengend: Sie beginnen um 8 Uhr morgens und können bis in die frühen Morgenstunden dauern. Mit einem Grundgehalt von 860.000 Pesos fordern sie Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen und prangern an, dass die nationale Regierung 25 % des Budgets 2025 für den Nationalen Feuerwehrdienst nicht ausgeschöpft hat.
El Abuelo in Gefahr
Im Park befindet sich El Abuelo, eine 2.600 Jahre alte Lärche, der älteste Baum Argentiniens und einer der ältesten der Welt. Als Nationales Naturdenkmal und von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, ist er 18 Kilometer von einem aktiven Brandherd entfernt.
Derzeit entfernt sich das Feuer, aber die Feuerwehrleute warnen, dass Brände dynamisch sind und von Wind und Topografie abhängen. Sollte die Gefahr näher kommen, werden mehr Ressourcen bereitgestellt, um ihn zu schützen. „Wenn noch mehr verloren geht, als bereits verloren ist, wäre das tragisch“, räumte Mondino ein.
Der Brand in Puerto Patriada ist eingedämmt, aber der Notfall dauert in Los Alerces und anderen Gebieten von Chubut an. Die Situation spiegelt die Verwundbarkeit der patagonischen Ökosysteme gegenüber extremen Dürren, Hitzewellen und menschlicher Fahrlässigkeit wider. Der Schutz von Naturdenkmälern wie El Abuelo und die Anerkennung der Bemühungen der Feuerwehrleute sind entscheidend in einer Saison, die von Risiko und Widerstandsfähigkeit geprägt ist.



