Stierkämpfe in Spanien: Warum ist es das einzige Land der Welt, das Minderjährigen den Zutritt nicht verbietet?

Die Internationale Stierkampfvereinigung verteidigte, dass die Praxis in Spanien durch ein nationales Gesetz geschützt ist, das sie zum Kulturerbe aller Spanier erklärte, ohne Unterscheidung nach Alter, Geschlecht, Rasse oder Religion. Laut der Organisation macht dieser rechtliche Schutz Stierkämpfe zu einem einzigartigen kulturellen Element mit einer gesetzlichen Unterstützung, die in anderen Ländern nicht existiert.

In einer Mitteilung erklärte die Organisation, dass „wenn der Gesetzgeber es so wollte, es nicht von irgendjemandem widersprochen oder verdreht werden kann“, in Bezug auf die Ankündigung der Regierung, das Organische Gesetz 8/2021 (Lopivi) zum umfassenden Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt zu ändern.

Kritik an den Vereinten Nationen

Die Stierkampfanhänger behaupten, dass die Initiative der Exekutive auf die Besorgnis des UN-Kinderrechtsausschusses zurückzuführen ist, der auf „wissenschaftliche Beweise“ hingewiesen hat, dass der Stierkampf Gewalt normalisiert.

Die Vereinigung stellte die Legitimität dieses Ausschusses, der aus Experten verschiedener Nationalitäten besteht, in Frage und behauptete, dass sie die spanischen kulturellen Werte kaum verstehen könnten. In ihrer Mitteilung beschuldigten sie interne Sektoren, die Stierkampftradition aus politischen oder wahlstrategischen Interessen zu „verraten“.

corridas de toros sin sangre
Die Stierkämpfe werden in Spanien durch ein Gesetz unterstützt.

Kulturelle und rechtliche Argumente

Die Organisation erinnerte daran, dass die Unesco in den Jahren 2003 und 2005 zwei internationale Konventionen verabschiedete, um die kulturelle Vielfalt zu schützen, und dass der spanische Gesetzgeber auf diesen Normen basierte, um den Stierkampf zu schützen.

Außerdem wiesen sie darauf hin, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte das Recht der Kinder garantiert, Zugang zu der Kultur zu haben, der sie angehören, und dass die Fiesta de los Toros Teil des kulturellen Erbes des spanischen Volkes ist.

Die politische und soziale Debatte

Die Mitteilung prangert an, dass die spanische Regierung eine „böswillige und dunkle“ Reform der Lopivi vorantreiben will, um die vom Parlament festgelegten Bestimmungen zu umgehen. Laut der Internationalen Stierkampfvereinigung widerspricht dies den internationalen Abkommen der Unesco und verletzt den bereits bestehenden kulturellen Schutz.

Die Diskussion spiegelt die Spannung zwischen denen wider, die den Stierkampf als kulturelle Tradition verteidigen, und denen, die ihn wegen seiner Verbindung zu Gewalt und Tierleid in Frage stellen. Die Debatte intensiviert sich in einem Kontext zunehmenden internationalen Drucks und sozialer Veränderungen, die historische Praktiken in Frage stellen.

Die Verteidigung der Stierkämpfe durch die Internationale Vereinigung hebt den Konflikt zwischen kultureller Tradition und Menschenrechten hervor, in einem Szenario, in dem Spanien im Zentrum einer globalen Debatte steht. Die Diskussion darüber, ob der Stierkampf weiterhin als Kulturerbe betrachtet werden sollte oder aus ethischen Gründen und zum Schutz von Kindern eingeschränkt werden sollte, eröffnet ein neues Kapitel in der Beziehung zwischen Kultur, Politik und Gesellschaft.

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