Wenige Tage nach der Genehmigung des Projekts San Jorge, das den metallischen Megamining in Mendoza fördert, bestehen weiterhin Kritiken an der verabschiedeten Maßnahme und es kommen Überlegungen zu ihren Auswirkungen auf.
Das Projekt, das die Minera San Jorge begünstigt und die Interessen der lokalen Gesellschaft vernachlässigt, führte zu einem massiven Marsch aus verschiedenen Regionen Mendozas in die Provinzhauptstadt.
Eine umstrittene Genehmigung
Das Projekt wurde mit 29 Stimmen dafür, fünf dagegen und einer Enthaltung genehmigt, trotz des gesellschaftlichen Widerstands und der friedlichen Proteste, die von Sicherheitskräften unterdrückt wurden.
Der Gouverneur Alfredo Cornejo, ein politischer Verbündeter von Javier Milei, unterstützte den Prozess, was die Wahrnehmung von Zwang und fehlender sozialer Lizenz verstärkte.
Schwächen im Umweltverträglichkeitsbericht
Die technischen Gutachten des General Department of Irrigation, der Stiftung der Nationalen Universität von Cuyo (FUNC) und des IADIZA-CONICET wiesen auf schwere Mängel im Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) hin:
- Verwendung veralteter hydrologischer Daten (2008-2010).
- Fehlende Berücksichtigung des Klimawandels und seiner Prognosen.
- Unzureichende Proben zur Bewertung des Risikos der sauren Gesteinsentwässerung (nur 4, obwohl es Dutzende sein sollten).
- Unsicherheit über die Konnektivität mit dem Yalguaraz/Lomada-Aquifer und dem Einzugsgebiet des Flusses Mendoza.
Das Risiko der Kontamination mit Schwermetallen wie Arsen, Cadmium und Blei könnte die Nahrungsketten und das Wasser für Tausende von Jahren beeinträchtigen. Diese Unsicherheit aktiviert das Vorsorgeprinzip, das besagt, dass die Aktivität nicht fortgesetzt werden sollte, bis die Umweltunsicherheiten geklärt sind.

Verletzung indigener Rechte
Das Projekt beabsichtigt, ohne die Zustimmung der indigenen Gemeinschaften in der Region voranzukommen. Die Huarpe-Gemeinschaft wurde nicht frei, vorher und informiert konsultiert, was das Übereinkommen 169 der IAO verletzt.
Stimmen des Widerstands
Im Gespräch mit Página/12 äußerten soziale Referenten ihren Widerstand:
- María Teresa “Guni” Cañas, eine Referentin der Wasser-Versammlungen, bemerkte:
„Die Regierung hat keine soziale Lizenz. Egal wohin man geht, das Thema Wasser ist präsent. Die Abgeordneten sind Teil einer Machtstruktur, die das Megamining durchsetzen will.“
Sie kritisierte auch die Machtkonzentration von Cornejo, der die Exekutive, die Legislative, autonome Einrichtungen und die Nationale Universität von Cuyo kontrolliert.
- Marcelo Giraud, Mitglied der Volksversammlung für Wasser, warnte:
„Das Hauptproblem ist die Kontamination des Uspallata-Aquifers und des Flusses Mendoza, der Trinkwasserquelle für die nördliche Oase, das größte agroindustrielle Zentrum der Provinz.“
Giraud erinnerte an frühere schädliche Bergbauaktivitäten in Mendoza, wie Sierra Pintada und Mina Huemul, und verglich die Situation mit internationalen Katastrophen wie Mount Polley (Kanada, 2014) und Brumadinho (Brasilien, 2015).
Soziale Mobilisierung und historisches Gedächtnis
Die Märsche gehen weiter in Uspallata, Tunuyán, San Carlos, San Rafael und General Alvear und spiegeln den Widerstand von 2011 wider, als das Provinzparlament Bergbauprojekte nach starkem gesellschaftlichem Widerstand ablehnte.
Heute weisen Referenten darauf hin, dass sich der politische Kontext verändert hat: Der Vormarsch des Neoliberalismus und der Klimawandel-Leugnung hat das Gehör der politischen Klasse geschwächt, die wirtschaftliche Interessen über den Umweltschutz stellt.
Das Projekt San Jorge zeigt eine wachsende Spannung zwischen Megamining und dem Schutz des Wassers in Mendoza. Die gesetzgeberische Genehmigung, trotz technischer Gutachten und fehlender Konsultation indigener Gemeinschaften, verstärkt die Wahrnehmung politischer Durchsetzung.
Der soziale und wissenschaftliche Widerstand bleibt standhaft und erinnert daran, dass Wasser ein Gemeingut ist und dass Megamining ohne Umweltgarantien die Gesundheit, die Biodiversität und die Zukunft der Provinz bedroht.
Titelbild: Diario Contexto



