Das kleine Archipel Vanuatu, mit nur 320.000 Einwohnern, erreichte, dass die Generalversammlung der UNO eine ehrgeizige Klimaresolution mit 141 Stimmen dafür verabschiedete, trotz des Widerstands der Vereinigten Staaten unter der Regierung von Donald Trump und von Erdölstaaten wie Saudi-Arabien.
Der Text fordert dazu auf, fossile Brennstoffe aufzugeben und eröffnet die Möglichkeit von Entschädigungen für die am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder.
Der Weg vom Internationalen Gerichtshof
Die Initiative entstand aus einer Stellungnahme des Internationalen Gerichtshofs im Juli 2025, als die Richter zu dem Schluss kamen, dass das Nichtbekämpfen des Klimawandels eine Verletzung des Völkerrechts darstellt. Obwohl nicht bindend, öffnete dieses Urteil die Tür dafür, dass andere Gerichte Länder und verschmutzende Unternehmen zur Verantwortung ziehen können.
Vanuatu brachte den Fall vor die Generalversammlung, wo ein Text ausgearbeitet wurde, damit die UNO das Urteil des IGH offiziell anerkennt.
Verhandlungen und diplomatische Drücke
Der erste Entwurf enthielt die Schaffung eines internationalen Registers für Klimaschäden und einen Reparationsmechanismus, wurde jedoch nach dem Druck der Vereinigten Staaten und Saudi-Arabiens gekürzt. Dennoch behält der endgültige Text klare Hinweise auf die Notwendigkeit, fossile Brennstoffe aufzugeben und milliardenschwere Subventionen für Kohle, Gas und Öl abzuschaffen.
Die Resolution wurde von 75 Mitunterzeichnern unterstützt, darunter Spanien, Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Kolumbien und Mexiko. Die Europäische Union verteidigte den Text gegen die von Erdölstaaten in letzter Minute eingebrachten Änderungsanträge.

Abstimmung und Ergebnisse
Die Resolution wurde mit 141 Stimmen dafür, 28 Enthaltungen und 8 Gegenstimmen (darunter Israel, Russland, die Vereinigten Staaten, Saudi-Arabien und Iran) angenommen. Da kein Konsens erforderlich war, genügte eine einfache Mehrheit, was es ermöglichte, die üblichen Vetos bei Klimagipfeln zu überwinden.
Der Text weist darauf hin, dass Untätigkeit gegenüber dem Klimawandel „rechtliche Konsequenzen“ haben kann, wie die Verpflichtung, betroffene Staaten durch Rückgabe, Entschädigung oder Genugtuung zu reparieren. Obwohl nicht bindend, fordert die Resolution den Generalsekretär der UNO auf, 2027 einen Bericht darüber vorzulegen, wie die Einhaltung dieser Verpflichtungen gefördert werden kann.
Jenseits ihrer praktischen Reichweite hat die Verabschiedung einen starken symbolischen Wert: Sie stärkt die Klimagerechtigkeit und die internationale Zusammenarbeit in einem Kontext der Krise des Multilateralismus.
Internationale Reaktionen
- Greenpeace begrüßte die „überwältigende Unterstützung“ für die Resolution und erinnerte daran, dass „Klimahandeln eine unumstößliche rechtliche Verpflichtung ist“.
- Amnesty International hob hervor, dass der Text einen neuen Weg für die internationale Zusammenarbeit in einem Moment der globalen Fragmentierung eröffnet.
- Experten für Klimaklagen betrachten die Resolution als einen weiteren Schritt in Richtung der Möglichkeit, rechtliche Verantwortlichkeiten von Ländern und verschmutzenden Unternehmen einzufordern.
Trump und der Klimawandel-Leugner
Der Präsident der Vereinigten Staaten bekräftigte seine Opposition, stellte die wissenschaftlichen Szenarien zum Klimawandel in Frage und verteidigte die Nutzung fossiler Energien. Seine Haltung steht im Kontrast zum Fortschritt der erneuerbaren Energien, die verhindert haben, dass das pessimistischste Szenario eines Temperaturanstiegs von 5 °C bis zum Ende des Jahrhunderts eintritt.
Die von Vanuatu geführte Resolution zeigt, wie ein kleiner Inselstaat große Mächte herausfordern und einen Weg zur Klimagerechtigkeit eröffnen kann. Obwohl nicht bindend, setzt der von der UNO verabschiedete Text einen historischen Präzedenzfall, indem er anerkennt, dass Untätigkeit gegenüber dem Klimawandel rechtliche Verantwortlichkeiten und Entschädigungen nach sich ziehen kann.



