Am 18. Mai wird die Päpstliche Akademie der Theologie (PATH) im Vatikan offiziell das Observatorium für die Umwelt vorstellen, ein Instrument zur Analyse des Beitrags digitaler Technologien zur Pflege der Schöpfung.
Laut Monsignore Antonio Staglianò, Präsident der PATH, ist das Ziel, für eine Nutzung des Digitalen zu arbeiten, die nachhaltig, ethisch und auf die menschliche Würde bedacht ist, sodass die Innovation zur Verbündeten der Bewahrung der Schöpfung und zur Förderin eines friedlichen und gerechten Zusammenlebens wird.
Digitale Technologien und Nachhaltigkeit
Digitale Technologien, richtig eingesetzt, können ein Ermöglicher der Nachhaltigkeit sein:
- Intelligente Netze: Sie verwalten die Stromverteilung in Echtzeit, reduzieren Verschwendung und integrieren erneuerbare Energien.
- Präzisionslandwirtschaft: Sie optimiert den Einsatz von Wasser, Düngemitteln und Pestiziden, wodurch die Bodenverschmutzung verringert wird.
- Arbeits- und soziale Prozesse: Sie ermöglichen es, den Verbrauch zu reduzieren und die Effizienz in verschiedenen Bereichen zu verbessern.
Allerdings erzeugen sie auch negative Auswirkungen: elektronischer Abfall und Rechenzentren, die etwa 2% des weltweiten Stroms verbrauchen, was der Abholzung von Tausenden von Bäumen jedes Jahr entspricht.
Offizielle Präsentation
Die Veranstaltung findet im Saal Marconi des Palazzo Pio statt, dem Sitz der vatikanischen Medien, und fällt mit dem Jahrestag der Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus (2015) zusammen. Sie steht auch im Zusammenhang mit dem Pastoralbesuch von Papst Leo XIV. in Acerra, in der „Terra dei Fuochi“, einer Region, die von Umweltverschmutzung und organisierter Kriminalität geprägt ist.
Unter den Rednern werden sein:
- Msgr. Antonio Staglianò, Präsident der PATH.
- Pater Giuseppe Marco Salvati, Sekretär der PATH.
- Maria Siclari, Direktorin des ISPRA.
- Daniela Alba, vom Sekretariat für soziale Gerechtigkeit und Ökologie.
- Maria Vittoria Trussoni (NTT DATA), die über nachhaltige technologische Anwendungen sprechen wird.

Zentrale Themen des Observatoriums
- Ausbeutung natürlicher Ressourcen und ihre Umwelt- und Sozialfolgen.
- Digitaler Energieverbrauch: Auswirkungen von Rechenzentren und Plattformen.
- Ökologie des Menschen: Verbindungen zwischen digitaler Umwelt und sozialen Beziehungen.
- Auswirkungen auf die Jugend: Süchte, verzerrte Inhalte und Schwächung von Bindungen.
- Vorschläge an Technologiegiganten: Engagement zur Reduzierung von Emissionen und globalem Energieverbrauch.
Inspiration im Lehramt der Kirche
Das Observatorium ist im Geiste der Enzyklika Laudato si’ verankert, die darauf abzielt, das Umweltbewusstsein in konkrete Aktionen zu verwandeln. Es greift auch die Worte von Papst Leo XIV. auf, der betonte, dass Umweltnachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung unverzichtbare Verpflichtungen für das Überleben der Menschheit sind.
Monsignore Staglianò betonte:
„Die digitale Welt ist eng mit Konflikten verbunden: Es kann keinen echten Frieden geben ohne eine Technologie, die den Menschen, die Beziehungen und die Schöpfung respektiert.“
Das Observatorium für die Umwelt ist ein Raum für Dialog und theologische Reflexion, der darauf abzielt, die Geschäftswelt und die Wirtschaft für einen wirklich nachhaltigen und ethischen Einsatz der Technologie zu sensibilisieren. In Zeiten, in denen das Digitale das Leben des Planeten formt, stellt diese Initiative eine Brücke zwischen Innovation und Verantwortung dar, mit dem Blick auf die menschliche Würde und den Schutz der Erde.



