Kürzlich identifizierte eine Gruppe von Paläontologen Dinosaurierspuren von 132 Millionen Jahren an der Küste Südafrikas, in einem Fund, den die Forscher selbst als eine geologische Anomalie bezeichnen.
Die durch die Meereserosion freigelegten Spuren offenbaren ein nahezu beispielloses Küstenökosystem der frühen Kreidezeit im Fossilienbestand der südlichen Hemisphäre.
Der Fund erfolgte nicht in einer abgelegenen Wüste oder in einem isolierten Steinbruch. Die Meereserosion legte eine Felsoberfläche mit gut erhaltenen Abdrücken entlang der Küste frei.
Dort identifizierten die Forscher verschiedene Arten von Spuren. Einige zeigen drei gut definierte Zehen, ein Merkmal der Theropoden, zweibeinige fleischfressende Dinosaurier. Andere, breitere und rundere, deuten auf größere Pflanzenfresser hin.
Das Ensemble weist auf ein gemeinsames Ökosystem hin, in dem verschiedene Arten denselben Raum in zeitlicher Nähe nutzten.

Was Dinosaurierspuren offenbaren, was Knochen nicht zeigen
Die Ichno-Fossilien — versteinerte Spuren — erfassen konkrete Momente im Leben ausgestorbener Tiere. Im Gegensatz zu Knochenresten informieren Dinosaurierspuren über Verhalten und Bewegung.
Zu den Daten, die dieser Art von Aufzeichnungen liefert, gehören:
- Fortbewegungsart: ob das Tier auf zwei oder vier Beinen ging
- Gehgeschwindigkeit: basierend auf dem Abstand zwischen den Spuren
- Soziales Verhalten: ob die Individuen allein oder in Gruppen unterwegs waren
- Art des Geländes: die Bodenverhältnisse zum Zeitpunkt der Spur
Diese Elemente machen die Ichno-Fossilien zu einer ergänzenden und unersetzlichen Quelle innerhalb des paläontologischen Bestands.
Eine feuchte Landschaft, sehr unterschiedlich zur heutigen
Laut der im South African Journal of Science veröffentlichten Studie ähnelte das Südafrika der frühen Kreidezeit nicht der heutigen Küstenlandschaft.
Tatsächlich war es Teil von Gondwana, dem Superkontinent, der Südamerika, Afrika, die Antarktis, Australien und Indien vereinte.

Dort waren die klimatischen Bedingungen feuchter und die Fluss- und Küstensysteme schufen fruchtbare Umgebungen.
In diesem Sinne deutet das Auftreten von Dinosaurierspuren in der Nähe von Wasser darauf hin, dass diese Gebiete als natürliche Korridore für die Fortbewegung und als ressourcenreiche Gebiete dienten.
Südafrika ist bekannt für seinen Fossilienreichtum in den inneren Regionen, aber die Aufzeichnungen in Küstenumgebungen sind spärlich.
Die Bewegung des Meeres, die Erosion und die geologischen Veränderungen zerstören diese Art von Beweisen, von Dinosaurierspuren bis hin zu Knochen, mit Leichtigkeit.
Deshalb stellt das Auffinden gut erhaltener Ichno-Fossilien entlang der Küste laut den Forschern fast eine geologische Anomalie dar.
Der Fund dieser Spuren erweitert die Verbreitungskarte der Dinosaurier in der südlichen Hemisphäre und liefert Informationen darüber, wie diese Tiere mit dynamischen Umgebungen interagierten, jenseits von Ebenen oder bewaldeten Gebieten.



