Die chemische Verschmutzung hat sogar einige der isoliertesten Umgebungen Argentiniens erreicht. Eine von Wissenschaftlern aus Argentinien und den Vereinigten Staaten durchgeführte Untersuchung entdeckte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, bekannt als PFAS, in Kolonien von Magellan-Pinguinen, die an der Küste von Chubut liegen.
Die Arbeit, die in einer internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht wurde, identifizierte das Vorhandensein dieser Verbindungen in mehr als 90% der analysierten Proben. Der Fund ist besonders relevant, da die untersuchte Region eine sehr niedrige Bevölkerungsdichte aufweist und weit von großen Industriezentren entfernt ist.
Darüber hinaus bestätigen die Ergebnisse, dass diese Schadstoffe über weite Strecken transportiert werden können und als relativ unberührt geltende Ökosysteme erreichen, was neue Fragen über das globale Ausmaß der chemischen Verschmutzung aufwirft.

Pinguine als Umweltwächter
Um die Exposition der Vögel gegenüber diesen Verbindungen zu bewerten, setzten die Forscher eine innovative Technik ein, die auf kleinen Silikonbändern basiert, die an den Beinen der Tiere angebracht wurden.
Die Studie wurde zwischen 2022 und 2025 an 55 Magellan-Pinguinen in zwei wichtigen Kolonien in Chubut: San Lorenzo, das mehr als 200.000 Brutpaare beherbergt, und Cabo Dos Bahías, mit etwa 9.800 Paaren, durchgeführt.
Zudem blieben die Bänder für kurze Zeiträume von zwischen zwei und neun Tagen angebracht, was es ermöglichte, die im Umfeld vorhandene Verschmutzung zu erfassen, ohne Stress zu verursachen oder das natürliche Verhalten der Vögel zu verändern.
Ein neues Werkzeug zur Überwachung des Ozeans
Im Gegensatz zu den traditionellen Analysen, die an Blut oder Federn durchgeführt werden, ermöglichten die Silikonbänder die Messung der direkten Umweltexposition gegenüber Schadstoffen im Wasser, Boden und in der Luft.
Anschließend wurden die Proben mit hochpräzisen Techniken analysiert, die in der Lage sind, chemische Verbindungen in extrem niedrigen Konzentrationen zu erkennen. Dank dieser Methode, die erstmals bei wilden Seevögeln eingesetzt wurde, war es möglich, einen umfassenderen Überblick über die Umgebung zu erhalten, die die Pinguine frequentieren.
Darüber hinaus wählten die Forscher die Brutzeit, da die Vögel regelmäßig zu ihren Nestern zurückkehren, um ihre Küken zu füttern, was die Wiedergewinnung der Geräte zur Analyse erleichtert.

Was sind ewige Chemikalien und warum stellen sie eine Umweltbedrohung dar?
PFAS sind synthetische Substanzen, die seit Jahrzehnten in industriellen und alltäglichen Konsumprodukten wie antihaftbeschichteten Pfannen, Lebensmittelverpackungen, wasserabweisenden Textilien und Feuerlöschschäumen verwendet werden.
Ihr Hauptmerkmal ist ihre außergewöhnliche Beständigkeit gegen Abbau. Daher verbleiben sie jahrelang oder sogar jahrzehntelang in der Umwelt und sammeln sich in Wasser, Böden, Sedimenten und lebenden Organismen an.
Darüber hinaus können diese Verbindungen über große Entfernungen durch ozeanische und atmosphärische Strömungen transportiert werden und Ökosysteme beeinflussen, die weit von den Orten entfernt sind, an denen sie ursprünglich freigesetzt wurden. Diese Persistenz begünstigt die Bioakkumulation in Nahrungsketten und stellt Risiken für die marine und terrestrische Biodiversität dar.
Alte und neue Schadstoffe erreichen das patagonische Meer
Die Analyse ermöglichte die Identifizierung von neun verschiedenen PFAS-Verbindungen. Unter ihnen erschien PFOS, eine in Argentinien seit 2019 verbotene Substanz aufgrund ihrer Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen.
Es wurden jedoch auch neue Generationen von Substanzen entdeckt, die als Ersatz für die älteren Verbindungen entwickelt wurden. Einige dieser Schadstoffe zeigten eine zunehmende Präsenz während der verschiedenen Überwachungszeiträume.
In der Zwischenzeit betrachten die Wissenschaftler die Pinguine als wirkliche ökologische Indikatoren, die in der Lage sind, Meeresgebiete anzuzeigen, in denen noch unbekannte Verschmutzungsherde existieren könnten.
Die Ergebnisse treiben neue Forschungen in der Patagonien voran und öffnen die Tür zu zukünftigen Studien mit anderen Arten, wie den Kaiser-Kormoranen, um die Verteilung dieser persistierenden Schadstoffe in den marinen Ökosystemen des Südatlantiks besser zu verstehen.



