Ein Forscherteam entdeckte in der Galápagos-Meeresreserve in einer Tiefe von 1.773 Metern einen winzigen blauen Oktopus von der Größe eines Golfballs.
Getauft als Microeledone galapagensis, wurde dieses Exemplar von den Kameras des ferngesteuerten U-Boots E/V Nautilus während einer wissenschaftlichen Expedition aufgenommen.
Die Spezialisten der Charles Darwin Foundation (CDF) feierten den Fund in Echtzeit und übermittelten ihre Begeisterung über die Einzigartigkeit des Tieres. Anschließend wurde das Exemplar an das Field Museum in Chicago geschickt, wo die Forscherin Janet Voight bestätigte, dass es sich um eine neue Art handelt.
Einzigartige Eigenschaften
Der Microeledone galapagensis gehört zur Familie der Megaleledonidae, deren Mitglieder normalerweise im Südlichen Ozean leben und sich durch ihre große Größe auszeichnen. Dieser Fund zwingt dazu, das Wissen über die Gruppe zu überdenken:
- Kurz und robuste Tentakel mit einer einzigen Reihe von Saugnäpfen.
- Unverwechselbare Färbung: Hellblau auf der Rückenseite und dunkelviolett auf der Bauchseite.
- Defensive Anpassung: Verwendet seine dunkle Membran, um biolumineszente Beute zu bedecken und Raubtiere nicht anzulocken.

Wissenschaftliche Innovation in ihrer Studie
Um das einzige gesammelte Exemplar zu bewahren, vermieden die Forscher die traditionelle Dissektion und griffen auf 3D-Computertomographie zurück.
Diese Methode ermöglichte es, seine innere Anatomie zu analysieren, ohne ihn zu beschädigen, und markierte einen Meilenstein in der Erforschung von Meereswirbellosen.
Evolutive und ökologische Bedeutung
Der Fund hat in mehreren Aspekten wissenschaftliche Relevanz:
- Evolutives Bindeglied: Bestätigt, dass Arten der Familie Megaleledonidae sich an andere Breiten als die Antarktis anpassen können.
- Abyssale Anpassung: Seine Färbung und defensives Verhalten offenbaren einzigartige Überlebensstrategien in der Tiefsee.
- Meeresschutz: Bestätigt, dass die Galápagos-Meeresreserve ein lebendiges Labor der Biodiversität ist, mit noch unerforschten Ökosystemen.
Kontext jüngster Entdeckungen
Janet Voight erinnerte daran, dass es nicht ungewöhnlich ist, neue Oktopusarten in wenig erforschten Tiefseegewässern zu finden. Im Jahr 2023 wurden ähnliche Exemplare im Pazifik vor Costa Rica registriert. Diese Entdeckungen verstärken die Idee, dass die Ozeane eine noch unbekannte Vielfalt beherbergen und dass jede Expedition neue Arten enthüllen kann.
Die Entdeckung des Microeledone galapagensis erweitert nicht nur das Wissen über Oktopusse, sondern unterstreicht auch die Bedeutung des Schutzes tiefer Meeresökosysteme.
Die Kombination aus fortschrittlicher Technologie, internationaler Zusammenarbeit und Naturschutz macht die Galápagos-Inseln zu einem Epizentrum der Meereswissenschaft und erinnert daran, dass es unter den Gewässern des Planeten noch viel zu erforschen gibt.



