Noch nie dagewesene Aufzeichnung in Chile: Drei Finnwale fressen synchron im Humboldt-Archipel

Im November 2025 erfasste ein Forscherteam erstmals die synchrone Fütterung von drei Finnwalen (Balaenoptera physalus) in den Gewässern des Humboldt-Archipels (Chile) mithilfe von Kameras, die auf dem Rücken der Tiere installiert waren.

Die Aufzeichnung zeigt, wie die Wale ihre Bauchfalten aufblasen, während sie große Mengen mit Krill beladenes Wasser aufnehmen, und bietet eine beispiellose Perspektive auf das Verhalten dieser Art.

Bedeutung der Entdeckung

Dieses Ereignis bestätigt die hohe Produktivität des marinen Ökosystems in der Region des Humboldt-Archipels und des Unterwassercanyons von Isla Chañaral.

Wissenschaftler betonen, dass solche Aufzeichnungen die Notwendigkeit verstärken, ein Gebiet zu schützen, das als eines der 35 Biodiversitäts-Hotspots der Welt gilt und Heimat von mehr als 400 Arten von Algen, Fischen, Vögeln und Meeressäugern ist.

Der Finnwal: Riese des Ozeans

Der Finnwal ist das zweitgrößte Tier der Welt, nach dem Blauwal. In Chile spielt er eine wichtige ökologische Rolle:

  • Düngung des Ozeans: Sein Kot liefert Eisen und Stickstoff, was das Wachstum von Phytoplankton fördert.
  • Kohlenstoffbindung: Er fungiert als natürlicher Kohlenstoffspeicher und hilft, den Klimawandel zu mildern.
  • Produktivitätsindikator: Seine Ernährung in Küstenauftriebsgebieten spiegelt den biologischen Reichtum des Humboldtstroms wider.

Wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Wert

Die Anwesenheit von Finnwalen in Chile hat positive Auswirkungen in verschiedenen Bereichen:

  • Walbeobachtungstourismus: zieht Besucher in Regionen wie Coquimbo und Atacama an und generiert Einkommen und Arbeitsplätze.
  • Wissenschaftliche Forschung: ermöglicht das Studium von Wanderungsmustern, Verhalten und Erhaltung, insbesondere in Gebieten wie dem Nationalreservat Pingüino de Humboldt.

Bedrohungen und Schutz

Trotz ihrer Bedeutung stehen Finnwale vor ernsthaften Bedrohungen:

  • Kollisionen mit Schiffen: Sie gehören zu den Arten mit der höchsten Sterblichkeit durch Schiffsverkehr an der chilenischen Küste.
  • Industrielle Projekte: Bergbau- und Hafenprojekte wie Dominga gefährden ihre Nahrungs- und Wandergebiete.
  • Umweltbelastung: Der Klimawandel und die Übernutzung von Meeresressourcen beeinträchtigen die Verfügbarkeit von Krill, ihrer Hauptnahrung.

Organisationen wie Oceana Chile bestehen auf der Dringlichkeit, den Humboldt-Archipel und seine verbundenen Ökosysteme zu schützen, da die Anwesenheit von Finnwalen ein Indikator für die Gesundheit der Meere und eine strategische Ressource für den Naturschutz ist.

Die beispiellose Aufzeichnung von drei synchron fressenden Finnwalen im Humboldt-Archipel ist mehr als eine wissenschaftliche Kuriosität: Sie ist ein Beweis für den ökologischen und wirtschaftlichen Wert dieser Region und ein dringender Aufruf, ihren Schutz zu verstärken.

Der Schutz dieser riesigen Meeresbewohner ist entscheidend, um die Produktivität des Humboldtstroms zu erhalten, die Biodiversität zu gewährleisten und die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen.

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