In einer beispiellosen Entdeckung für Südamerika wurde zum ersten Mal ein weißer Albino-Hirsch in den ecuadorianischen Anden dokumentiert. Dieser Fund, der in einer Höhe von 3.969 Metern aufgenommen wurde, verwirrt Wissenschaftler aufgrund seiner Seltenheit und der unwirtlichen Umgebung, in der er gefunden wurde.
Ein Albino-Hirsch in den Anden: Ein Einzigartiges Phänomen in Südamerika
Am 8. Januar 2021 zeichnete eine Fotofalle in der Nähe des Nationalparks Cayambe Coca und des Ökologischen Reservats Antisana ein erstaunliches Bild auf. Ein Hirsch mit komplett weißem Fell, roten Augen und rosa Teilen an Nase, Ohren und Hufen wurde als Albino identifiziert. Dies ist das erste Mal, dass diese Bedingung bei einem Hirsch auf dem gesamten südamerikanischen Kontinent dokumentiert wurde.
Dieser einsame Hirsch, wahrscheinlich ein Weibchen aufgrund seiner Größe und des Fehlens von Geweihen, stellt für Wissenschaftler ein Rätsel dar. Das Bild wirft Fragen zur Genetik und zum Überleben in Höhenökosystemen auf und stellt das Verständnis der Rolle des Albinismus in diesen Gebieten in Frage.
Während der Untersuchung, die von Oktober 2020 bis Februar 2021 dauerte, wurden 30 Fotofallen in privaten Páramo- und Bergwaldgebieten aufgestellt. Unter den 147 dokumentierten Ereignissen von Weißwedelhirschen war das Auftreten des Albino-Exemplars einzigartig und unterstreicht seine Außergewöhnlichkeit.
Der Albinismus, eine genetische Veränderung, die die Pigmentierung beeinflusst, könnte erhebliche Nachteile für den Hirsch mit sich bringen. Das Fehlen von Färbung macht ihn für Raubtiere wie den Puma sichtbarer und anfälliger für menschliche Jäger, eine anhaltende Bedrohung in Ecuador.
Ebenso könnte das Fehlen von Melanin Seh- und Wahrnehmungsprobleme verursachen, was das Überleben im Páramo, einem Ökosystem mit extremen Bedingungen und intensiver Sonnenstrahlung, erschwert.
Diese Erkenntnisse legen nahe, dass Albinismus zusammen mit anderen dokumentierten Farbveränderungen bei andinen Säugetieren eine geringere genetische Vielfalt in isolierten Populationen bedeuten könnte. Allerdings bieten Fotofallen nur momentane Einblicke in die Biodiversität und kein vollständiges Bild.
Die Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Therya Notes, unterstreicht die Bedeutung der kontinuierlichen Überwachung, um die genetischen und ökologischen Dynamiken in diesen andinen Ökosystemen zu verstehen. Die Anwesenheit dieses Albino-Hirsches ist nicht nur ein kurioses Phänomen, sondern ein potenzieller Indikator für tiefere Fragen zur Vielfalt und Erhaltung der Arten in der Region.



