Die Verschmutzung durch Mikroplastik hat sich zu einer der größten Umweltbedrohungen für die Wassersysteme des Planeten entwickelt. Vor diesem Hintergrund hat eine aktuelle Studie ergeben, dass die Moringa, bekannt als der „Wunderbaum“, eine ökologische Alternative zur Reinigung von Trinkwasser von unsichtbaren Plastikpartikeln darstellen könnte.
Die Forschung, die von Wissenschaftlern der Staatlichen Universität Paulista (UNESP) in Brasilien durchgeführt wurde, zeigte, dass Extrakte aus Moringa-Samen mehr als 98 % der im Wasser vorhandenen PVC-Mikroplastikpartikel entfernen können.
Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse, dass diese natürliche Methode die Wirksamkeit einiger derzeit in europäischen Kläranlagen verwendeter Chemikalien erreicht oder sogar übertrifft.
Die Entdeckung gewinnt an Bedeutung, da die Europäische Union die Kontrollen von Mikroplastik im Trinkwasser aufgrund der zunehmenden Risiken für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme verschärft hat.

Mikroplastik: eine stille Bedrohung für Umwelt und Gesundheit
Mikroplastik sind winzige Partikel, die durch den Abbau von Verpackungen, Reifen, Farben und synthetischen Stoffen entstehen. Aufgrund ihrer Größe können sie konventionelle Filter durchdringen und in Flüsse, Seen und Grundwasser gelangen.
Zudem warnen verschiedene wissenschaftliche Studien, dass diese Partikel mit kardiovaskulären Problemen, Fortpflanzungsstörungen und entzündlichen Erkrankungen in Verbindung stehen könnten. Hinzu kommt ihre Fähigkeit, giftige Substanzen durch die Ökosysteme zu transportieren.
Derzeit verwendet ein Großteil Europas Aluminiumsulfat, auch bekannt als Alaun, um Mikroplastik und Schadstoffe während der Wasseraufbereitung zu trennen. Dieses Mittel erzeugt jedoch schwer zu entsorgende Rückstände und kann Aluminiumreste im Wasser hinterlassen.
Darüber hinaus erfordert die industrielle Produktion von Alaun Tagebau, hohen Energieverbrauch und umweltschädliche Emissionen. Infolgedessen wächst das Interesse an natürlichen Lösungen mit geringerer Umweltbelastung.
Wie wirkt Moringa bei der Wasserreinigung?
Die Moringa-Samen enthalten Verbindungen, die in der Lage sind, die elektrischen Ladungen der Schadstoffpartikel zu neutralisieren. Auf diese Weise gruppiert sich das Mikroplastik zu größeren Flocken, die dann durch einfache Sandfilter zurückgehalten werden können.
Darüber hinaus haben die Forscher festgestellt, dass Moringa ihre Wirksamkeit bei unterschiedlichen pH-Werten beibehält, was die Implementierung in verschiedenen Behandlungssystemen erleichtert.
Ein weiterer hervorzuhebender Aspekt ist, dass diese Methode kostspielige industrielle Prozesse und hohen Energieverbrauch reduzieren könnte. Sie könnte sogar das Volumen der bei der herkömmlichen Trinkwasseraufbereitung entstehenden giftigen Abfälle verringern.
Dennoch weisen die Spezialisten darauf hin, dass noch groß angelegte Tests erforderlich sind, um ihre Funktionsweise in städtischen Anlagen zu bestätigen und einige Nebenwirkungen zu bewerten, wie die Freisetzung von organischem Kohlenstoff während des Prozesses.

Was ist Moringa und was braucht es, um richtig zu wachsen?
Die Moringa ist ein Baum, der aus Südasien stammt und weit verbreitet in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Lateinamerikas angebaut wird. Ihr wissenschaftlicher Name ist Moringa oleifera und sie zeichnet sich durch schnelles Wachstum und große Klimabeständigkeit aus.
Sie kann auf trockenen, degradierten oder wenig fruchtbaren Böden gedeihen, was sie zu einer wertvollen Art für Umweltwiederherstellungsprogramme macht. Außerdem benötigt sie reichlich Sonnenlicht und warme Temperaturen, um richtig zu wachsen.
Obwohl sie längere Trockenperioden toleriert, benötigt sie eine gute Drainage, um übermäßige Feuchtigkeit an ihren Wurzeln zu vermeiden. Aus diesem Grund gedeiht sie oft in ariden oder halbariden Gebieten, in denen andere Arten größere Schwierigkeiten haben.
Neben ihren Anwendungen in der Wasserreinigung wird Moringa in der traditionellen Medizin, Ernährung und Kosmetikproduktion verwendet. Ihre Blätter haben einen hohen Nährwert und ihre Kulturen tragen zur Kohlenstoffbindung, Bodenerhaltung und Förderung der lokalen Biodiversität bei.



