Der Gitarrenfisch (Rhinobatos spp.), auch bekannt als Melgacho oder Geigenfisch, bewohnt die Meeresböden des südwestlichen Atlantiks, in der Nähe der Küsten von Brasilien, Uruguay und Argentinien. Er kann bis zu 138 Zentimeter erreichen und gleitet wie ein Schatten über den Sand.
Die Rote Liste der IUCN stuft ihn als vom Aussterben bedroht ein, nachdem seine Bestände um mehr als 80 % durch die industrielle, handwerkliche und sportliche Fischerei zurückgegangen sind. Der Mangel an Schutzgebieten und seine langsame Fortpflanzungsrate beeinträchtigen seine Erholung.
Initiative in Buenos Aires
In der Provinz Buenos Aires fördern Wissenschaftler und Fischer ein Projekt zur Wiederherstellung der Art. Die Meeresbiologen Andrés Jaureguizar und Sebastián Gómez organisierten Gespräche an Stränden und nahmen an Wettbewerben der Sport- und Handwerksfischerei teil, um die Freilassung gefangener Exemplare zu fördern.
Diese Arbeit führte zu konkreten Veränderungen: Zwei Wettbewerbe änderten ihre Regeln und verpflichten nun zur Freilassung des Gitarrenfisches, darunter einer der wichtigsten in Südamerika.
Dokumentarfilm „Pescadores & Guitarras“
Der Prozess wurde im Dokumentarfilm Pescadores & Guitarras festgehalten, der von Mariano Fernández inszeniert und am 4. Juni uraufgeführt wurde. Das Werk zielt darauf ab, das öffentliche Bewusstsein zu erweitern, ein breiteres Publikum zu erreichen und Veränderungen in der Naturschutzpolitik zu fördern.
Die Macher betonen, dass das Ziel nicht auf der Leinwand endet: Es setzt sich mit der Verbreitung, dem Dialog mit sozialen Akteuren und dem Anstoß öffentlicher Maßnahmen zur Verbesserung des Managements der Art fort.

Biologie und Gewohnheiten
- Fortpflanzung: Die Mutter trägt lebende Junge in ihrem Bauch, zwischen 4 und 12 pro Wurf.
- Saisonaler Zyklus: Im Frühling und Sommer nähern sie sich der Küste, um zu gebären, und sind dadurch stärker der Fischerei ausgesetzt.
- Ernährung: Sie suchen kleine Krebstiere und Fische im Sand und tarnen sich am Meeresboden.
- Aussehen: Eine Mischung aus Hai und Rochen, mit flachem Maul und einem Körper, der an die Fortbewegung auf dem Sand angepasst ist.
Herausforderungen des Naturschutzes
Der Gitarrenfisch weist eine späte Reife und geringe Fruchtbarkeit auf, was bedeutet, dass die Erholung der Populationen langsam sein wird.
Laut Jaureguizar werden die Ergebnisse nicht in zwei oder drei Jahren sichtbar sein, aber die Freilassung von mehr Exemplaren kann den Trend langfristig verbessern.
Ökologische Bedeutung
Die Art spielt eine Schlüsselrolle in den Küstenökosystemen:
- Reguliert die Populationen von Fischen und Krebstieren.
- Hält das Gleichgewicht der Nahrungskette aufrecht.
- Funktioniert als Indikator für die Gesundheit der Meeresumgebungen.
Die gemeinsame Initiative von Wissenschaftlern und Fischern markiert einen kulturellen Wandel in der Sport- und Handwerksfischerei. Der Gitarrenfisch, ein Symbol der Küstenökosysteme des südwestlichen Atlantiks, steht vor einer Krise, die Zeit, Engagement und nachhaltige öffentliche Politik erfordert.
Die Kombination aus Forschung, Bildung und sozialer Beteiligung eröffnet eine Hoffnung für seine Erholung.



