Eine wissenschaftliche Studie zeigt, dass die Art Leptuca leptodactyla, Mikroplastik-Geigenkrabben die Fähigkeit hat, Plastikpartikel zu zerkleinern und so deren Eintritt in die tieferen Ebenen der Nahrungskette zu erleichtern.
Eine gemeinsame Untersuchung unter der Leitung von Spezialisten der Universität São Paulo (Brasilien) und der Universität Salento (Italien) hat Licht auf ein bisher wenig dokumentiertes biologisches Phänomen geworfen: die aktive Interaktion der Geigenkrabben mit Mikroplastik.
Diese Krustentiere, die hauptsächlich in Mangrovengebieten leben, nehmen diese Schadstoffe nicht nur auf, sondern ihr Verdauungssystem ist in der Lage, sie in noch kleinere Partikel zu zerkleinern.
Die Studie konzentrierte sich speziell auf die Art Leptuca leptodactyla. Die Wissenschaftler beobachteten, dass diese Tiere beim Fressen des Sediments unabsichtlich die in der Umgebung vorhandenen Mikroplastik verarbeiten.
Durch einen mechanischen und chemischen Prozess in ihrem Verdauungstrakt verwandeln die Geigenkrabben Mikroplastik in Nanoplastik, Partikel von kleinerer Größe, die noch größere analytische und ökologische Herausforderungen darstellen.

Der biologische Fragmentierungsmechanismus der Mikroplastik-Geigenkrabben
Die Fähigkeit dieser Krustentiere, die Struktur der Polymere zu verändern, liegt in ihrer komplexen Mundmorphologie und ihrem Verdauungssystem.
Laut dem technischen Bericht beschleunigt der Prozess der mechanischen Zerkleinerung, kombiniert mit der Wirkung von Magensaftenzymen, den physikalischen Abbau des synthetischen Materials.
Diese Entdeckung ist entscheidend, da sie zeigt, dass die Fauna nicht nur passives Opfer der Verschmutzung ist, sondern als ein Agent wirkt, der die Art und Weise verändert, wie der Kunststoff im Ökosystem bestehen bleibt.
Die in den brasilianischen Mangroven durchgeführten Laboranalysen bestätigten, dass die Fäkalien dieser Krustentiere nach der Aufnahme größerer Fragmente eine signifikante Konzentration von Nanoplastik enthalten. Dieses Phänomen der „mechanischen Biodegradation“ verändert die Verfügbarkeit des Schadstoffs im aquatischen Umfeld.
Eine Bedrohung für die marine Lebensmittelsicherheit
Obwohl die Fähigkeit zur Zersetzung als ein Weg der Beseitigung erscheinen könnte, warnen Experten vor den negativen Konsequenzen dieser Entdeckung.
Durch die Reduzierung der Größe der Kunststoffe erleichtern die Geigenkrabben, dass Mikroplastik von Filtrierern und kleineren Räubern aufgenommen wird, die größere Fragmente nicht konsumieren könnten.
Dieser Prozess erhöht die Bioverfügbarkeit der Toxine, sodass Nanoplastik in die zellulären Gewebe verschiedener Meeresarten eindringen kann, was letztendlich über das Nahrungsnetz bis hin zum menschlichen Konsum eskalieren könnte.
Die Forschung unterstreicht die Dringlichkeit, die Strategien zur Minderung von Abfällen zu überdenken, da die biologische Aktivität von Arten wie der Geigenkrabbe die Verbreitung von unsichtbaren Schadstoffen in den Ozeanen der Welt beschleunigt.



