In den Tiefen einer überfluteten Höhle im Maya-Dschungel bewegen sich spezialisierte Taucher durch enge Passagen, die nur von Taschenlampen beleuchtet werden.
Beim Eindringen in das unterirdische System entdecken sie Säulen, die mit Rost und Zementstaub bedeckt sind und vom felsigen Boden emporragen. Diese Strukturen stützen das erhöhte Viadukt des Abschnitts 5 des Maya-Zuges, ein Eisenbahnprojekt, das auf dem fragilen Karstboden von Quintana Roo errichtet wurde.
Verschiedene Umweltschutzorganisationen warnen, dass die Verschlechterung einiger Pfeiler Verschmutzung verursachen könnte in einem der wichtigsten Grundwasserleiter der Region.
Außerdem weisen sie darauf hin, dass die Eingriffe in Höhlen und Cenoten ein Schlüsselekosystem unter der Erde stören könnten, das für das Wasserhaushaltgleichgewicht der mexikanischen Karibik entscheidend ist.

Eine Infrastruktur, die Cenoten und Höhlen durchquert
Der Abschnitt 5 des Maya-Zuges erstreckt sich über etwa 80 Kilometer zwischen Cancún und Tulum. Ursprünglich sollte das Projekt neben der bestehenden Straße gebaut werden, wurde jedoch später mehrere Kilometer in den inneren Dschungel verlegt.
Diese Änderung führte dazu, dass die Eisenbahninfrastruktur über einem ausgedehnten Netz von Höhlen, unterirdischen Flüssen und Cenoten errichtet wurde. Um das Viadukt zu stützen, wurden Tausende von Metall- und Betonsäulen installiert, die das Höhlensystem durchqueren.
Laut Schätzungen von Umweltschützern könnte die Gesamtzahl der Pfeiler in der gesamten Region über 15.000 betragen. Diese Strukturen durchqueren einen der komplexesten und empfindlichsten Grundwasserleiter Lateinamerikas.
Sorge um den Zustand einiger Säulen
Erkundungen von Tauchern und Aktivisten haben beschädigte Strukturen in den überfluteten Höhlen entdeckt. Einige Säulen weisen Schichten von rostigem Metall auf und Bereiche, in denen der Beton anscheinend nicht richtig ausgehärtet ist.
In einigen Fällen zerfällt das Material leicht und setzt Zementstaub frei, der sich im unterirdischen Wasser verteilt. Dieses Phänomen führt zu Besorgnis über die mögliche Verschmutzung des Grundwasserleiters, der zahlreiche Gemeinden in der Region versorgt.
Darüber hinaus weisen die Spezialisten darauf hin, dass Korrosion ein natürlicher Prozess ist, der sich im Laufe der Zeit in feuchten Umgebungen verstärken könnte. Aus diesem Grund fordern sie permanente Umweltüberwachungen und technische Bewertungen zur Stabilität der Strukturen.

Was sind Unterwassersäulen und warum werden sie in solchen Bauwerken verwendet?
Die Unterwassersäulen sind Stützstrukturen, die aus Stahl und Beton gebaut werden und auf instabilen oder überfluteten Böden installiert werden. Ihre Hauptfunktion besteht darin, erhöhte Infrastrukturen wie Brücken oder Eisenbahnviadukte zu stützen, wenn der Boden keine traditionelle Basis erlaubt.
In Karstregionen, wo es Höhlen und unterirdische Flüsse gibt, ermöglichen diese Pfeiler die Verteilung des Gewichts des Bauwerks an bestimmten Punkten. Ihre Errichtung erfordert jedoch detaillierte geologische Studien, um Schäden am Höhlen- und Grundwassersystem zu vermeiden.
Sie benötigen auch korrosionsbeständige Materialien und Abdichtungstechniken, die das Eindringen von Zement oder anderen Verbindungen verhindern. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, können Abbauprozesse entstehen, die sowohl die Struktur als auch das umgebende Ökosystem beeinträchtigen.
Unterirdische Ökosysteme in Gefahr im Maya-Dschungel
Die Halbinsel Yucatán beherbergt eines der umfangreichsten unterirdischen Flusssysteme der Welt. Dieses Netzwerk von Höhlen und Cenoten ist Teil des Grundwasserleiters, der einen Großteil der regionalen Bevölkerung mit Süßwasser versorgt.
Darüber hinaus beherbergen diese Umgebungen an die Dunkelheit angepasste Arten und sehr spezifische ökologische Bedingungen. Die Veränderung des Wasserflusses oder die chemische Verschmutzung könnte diese unterirdischen Ökosysteme ernsthaft beeinträchtigen.
Aus diesem Grund betonen Wissenschaftler und Umweltorganisationen die Bedeutung des Schutzes des ökologischen Gleichgewichts der Region. Die Herausforderung, so betonen sie, besteht darin, die Entwicklung der Infrastruktur mit der Erhaltung einer der zerbrechlichsten Naturlandschaften Mesoamerikas in Einklang zu bringen.



