Die Familienlandwirtschaft produziert etwa 80 % der globalen Lebensmittel und ist entscheidend für die Ernährungssicherheit und die ländliche Wirtschaft. In Südamerika stellt sie 82 % der Betriebe und erzeugt 80 % der Lebensmittel, obwohl sie nur 18 % der landwirtschaftlichen Fläche beansprucht.
Dieses produktive Modell, das auf traditionellen Praktiken und territorialer Verwurzelung basiert, zeichnet sich durch seinen geringeren ökologischen Fußabdruck im Vergleich zur industriellen Landwirtschaft aus.
Wissenschaftliche Beweise
Laut dem Portal Tiempo Argentino hat der Forscher Hernán Dieguez (FAUBA) mithilfe von Satelliteninformationen die Umweltleistung von Familien- und Nicht-Familienbetrieben in Argentinien und Uruguay verglichen. Die Ergebnisse waren eindeutig:
- In 96,8 % der Fälle zeigten die Familieneinheiten eine bessere Umweltleistung.
- Sie erhalten mehr natürliche Lebensräume (Wälder und Grasland).
- Sie sind biodiverser und schützen die Böden besser.
- Sie bieten mehr Ökosystemdienstleistungen wie Erosionskontrolle, Bodenbildung und Wasserregulierung.
Ein intergenerationelles Erbe
Dieguez erklärt, dass die bessere Umweltleistung mit der Verwurzelung und der langfristigen Vision der Familienbauern zusammenhängt, die bestrebt sind, das Land an die nächsten Generationen weiterzugeben. Dies motiviert sie, nachhaltige Praktiken zu übernehmen und multifunktionale Landschaften zu fördern, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Vorteile bieten.

Rückschritte in der öffentlichen Politik
Trotz ihrer Bedeutung wurden in Argentinien die Unterstützungspolitiken für den Sektor abgebaut:
- Abschaffung des Nationalen Instituts für Familien-, Bauern- und Indigene Landwirtschaft.
- Abbau des Programms ProHuerta.
- Schließung der Nationalen Direktion für Agrarökologie.
- Unterfinanzierung des INTA, was seine Fähigkeit zur technischen Unterstützung schwächt.
Dies macht die Familienbetriebe wirtschaftlich anfälliger und lässt sie ohne institutionelle Unterstützung, um ihre Resilienz zu erhalten.
Vorteile der Familienlandwirtschaft
Die Beiträge dieses produktiven Modells sind vielfältig:
- Ernährungssicherheit: versorgt lokale und nationale Märkte mit gesunden und vielfältigen Lebensmitteln.
- Umweltverträglichkeit: erhält Biodiversität und genetische Ressourcen, indem es vielfältiger anbaut als die industrielle Landwirtschaft.
- Ländliche und soziale Wirtschaft: schafft Arbeitsplätze und reduziert die Armut in ländlichen Gebieten.
- Kulturelle Verwurzelung: hält landwirtschaftliche Traditionen lebendig und stärkt Gemeinschaften.
- Klimatische Resilienz: nutzt angepasste Techniken, die den Boden schützen und den Klimawandel mildern.
Die Familienlandwirtschaft ist weit mehr als ein Produktionssystem: Sie ist ein Pfeiler der globalen Ernährungssicherheit und ein Motor der ökologischen Nachhaltigkeit. Sie benötigt jedoch öffentliche Politiken, die ihren Wert anerkennen und ihre Resilienz stärken.
In diesen Sektor zu investieren bedeutet, auf eine Zukunft mit gesünderen Lebensmitteln, ausgewogeneren Ökosystemen und stärkeren ländlichen Gemeinschaften zu setzen.



