In Argentinien steht das Management von gefährlichen Abfällen vor einem kritischen Umweltproblem. Laut dem neuesten Bericht des Observatoriums für gefährliche Abfälle, das von der UBA und der UNR gegründet wurde, wurden zwischen Juli 2024 und Juni 2025 fast 20 Millionen Tonnen Abfall erzeugt, aber nur 5,57 % davon wurden ordnungsgemäß behandelt. Dies entspricht lediglich 1,08 Millionen Tonnen, die jährlich behandelt werden.
Die Daten spiegeln eine strukturelle Schuld wider: Mehr als 252.000 Unternehmen erzeugen Abfälle, aber nur etwa 31.500 beauftragen Behandlungsdienste, das heißt, 12,48 % der Gesamtzahl.
Das Observatorium: ein beispielloses Werkzeug
Angesichts des Mangels an offiziellen Statistiken wurde 2021 das Observatorium durch eine Vereinbarung zwischen der UNR, der UBA und den Unternehmensverbänden Catries und Caitpa gegründet. Ziel ist es, mit konkreten Daten und wissenschaftlicher Strenge ein unsichtbares Problem zu dimensionieren.
Die Organisation erstellt zweimonatliche und jährliche Berichte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Behandlung von gefährlichen Abfällen selten die 8 % übersteigt und in einigen Zeiträumen auf 4 % sinkt. Der nationale Durchschnitt liegt bei etwa 5 %.
Die Methodik umfasst anonyme Umfragen bei 47 Behandlungsanlagen im ganzen Land, deren Daten in ein statistisches Modell integriert werden, das es ermöglicht, die Informationen auf nationaler Ebene zu extrapolieren.

Das Ausmaß des Problems
Laut Matías De Bueno, Umweltsekretär der UNR, ist die große Frage, wo die 95 % der unbehandelten Abfälle enden: „Sie befinden sich in den Flüssen, in der Luft, auf dem Land, in Gruben und Mülldeponien. Sie sind giftig, umweltschädlich und beeinträchtigen ernsthaft die Gesundheit, die Umwelt, die Flora, die Fauna und die Menschen.“
Der Bericht 2025 zeigt einen drastischen Rückgang der Behandlungsrate, die im ersten Halbjahr auf 6 % sank, hauptsächlich aufgrund des Austritts von kleinen und mittleren Unternehmen aus dem System. Die Anzahl der beauftragenden KMUs sank innerhalb von sechs Monaten um 30 %.
Folgen und Herausforderungen
Schlecht verwaltete gefährliche Abfälle verursachen Umwelt- und Sozialkosten, die nicht von den Unternehmen, sondern von der Gesellschaft als Ganzes getragen werden. Zu den schwerwiegendsten Auswirkungen gehören:
- Verschmutzung von Flüssen und Böden.
- Toxische Emissionen in die Luft.
- Risiken für die öffentliche Gesundheit.
- Beeinträchtigung von Flora und Fauna.
Um diese Situation umzukehren, weisen die Spezialisten auf die Notwendigkeit hin:
- Kontrollen und Rückverfolgbarkeit zu erhöhen.
- Provinz für Provinz zu analysieren, welche Abfälle produziert werden und wie sie verwaltet werden.
- Bestehende Vorschriften zu regeln, wie das Gesetz 25.612 und das Gesetz 13.959, die noch nicht effektiv angewendet werden.
- In Behandlungstechnologien zu investieren und unternehmerische Verantwortung zu fördern.
Die Arbeit des Observatoriums UBA-UNR ist entscheidend, um ein Problem sichtbar zu machen und zu messen, das die Umweltzukunft des Landes gefährdet. Die Daten liefern wissenschaftliche Beweise und institutionelle Unterstützung, um konkrete öffentliche Politiken zu entwerfen, die die schädlichen Auswirkungen von gefährlichen Abfällen reduzieren.



