Die erneuerbaren Energien sind bereits die kostengünstigste Option in mehr als 85 % der neuen Energieprojekte, so die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA). Diese Zahl bestätigt, dass saubere Quellen nicht nur eine Klimaschutzlösung sind, sondern auch eine strategische Säule für die Energiesicherheit in einem globalen Krisenkontext.
Im Jahr 2025 wurden 692 Gigawatt erneuerbare Kapazität hinzugefügt, ein historischer Rekord, der die Expansion des Sektors festigt. Seit 2010 sind die Kosten drastisch gesunken:
- Solar: -87 %
- Onshore-Wind: -55 %
- Batteriespeicherung: -93 %
Hybride Lösungen (Solar + Batterien oder Wind + Batterien) ermöglichen bereits eine kontinuierliche Versorgung rund um die Uhr zu niedrigeren Preisen als viele fossile Kraftwerke.
Energiesicherheit und Geopolitik
Der Bericht von IRENA warnt davor, dass auf fossilen Brennstoffen basierende Systeme anfällig für Preisschwankungen und geopolitische Spannungen sind, wie der Konflikt im Nahen Osten. Die Verteuerung der Energie wirkt sich auf die gesamte Wirtschaft aus, erhöht die Inflation und betrifft insbesondere die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften.
Francesco La Camera, Direktor von IRENA, betonte, dass erneuerbare Energien „eine strategische Frage der nationalen Sicherheit“ sind und forderte die Regierungen auf, Investitionen in Elektrifizierung und saubere Energien zu priorisieren.
Von IRENA vorgeschlagene Maßnahmen
- Kurzfristig: Einsatz verteilter erneuerbarer Energien, Sparmaßnahmen, flexible Tarife, Steueranreize und Mini-Solarnetze in abgelegenen Gebieten.
- Mittelfristig: Beschleunigung von Erzeugungs- und Netzprojekten, Verstärkung der Investitionen und Verbesserung der Flexibilität durch Speicherung.
- Langfristig: klare regulatorische Rahmenbedingungen, industrielle Elektrifizierung und Stärkung lokaler Lieferketten.
Die aktuelle Energiekrise ist nicht nur eine Bedrohung, sondern eine Chance, das globale Energiesystem neu zu gestalten hin zu widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Volkswirtschaften.

Argentinien: ein herausragender Fall in der Region
In Argentinien decken erneuerbare Energien Anfang 2026 etwa 40 % der nationalen Stromnachfrage, angetrieben durch Wind- und Solarquellen. Ihre Bedeutung liegt in der Diversifizierung der Matrix, der Reduzierung von Brennstoffimporten, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Verringerung der Treibhausgasemissionen.
Schlüsselpunkte in Argentinien:
- Historische Rekorde: Zwischen 2024 und 2025 wurden Höchststände bei der installierten Kapazität erreicht, mit einer starken Expansion der Wind- und Solarenergie.
- Beitrag zur Matrix: In einem Rekordmonat 2025 übertrafen erneuerbare Energien 50 % der Stromerzeugung.
- Wirtschaftliche Vorteile: geringerer Bedarf an Brennstoffimporten und wettbewerbsfähigere Energiekosten.
- Geografisches Potenzial: Patagonien für Windenergie und NOA für Solarenergie, was das Land als regionalen Führer positioniert.
- Regulatorischer Rahmen: Programme wie RENOVAR, MATER und die Förderung der Dezentralen Erzeugung unterstützen das Wachstum des Sektors.
Erneuerbare Energien sind nicht mehr nur eine Alternative, sondern das Rückgrat der zukünftigen Energieversorgung. Ihre globale Expansion und der Fall Argentinien zeigen, dass die Investition in sie mehr Sicherheit, geringere Kosten und größere Nachhaltigkeit bedeutet. Der Energiewandel ist heute eine strategische Notwendigkeit und eine historische Chance, sauberere und widerstandsfähigere Volkswirtschaften aufzubauen.



