Zum ersten Mal erzeugte die Europäische Union mehr Strom mit Solar- und Windenergie als mit fossilen Brennstoffen. Der Bericht des Energie-Thinktanks Ember bestätigt, dass im Jahr 2025 die Erneuerbaren fast die Hälfte des Stroms in der EU produzierten, trotz des Rückgangs der Wasserkraft und des erhöhten Einsatzes von Gas.
Wind- und Solarenergie trugen einen Rekordwert von 30 % zur europäischen Stromerzeugung bei und übertrafen die fossilen Energien um nur einen Prozentpunkt.
Dieser Fortschritt markiert einen Wendepunkt im Übergang zu sauberer Energie, obwohl Experten warnen, dass das europäische Stromnetz, das noch veraltet ist, die Geschwindigkeit der Fortschritte begrenzt.
Kohle auf dem Rückzug
Die Kohle setzt ihren Rückgang fort: Ihre Erzeugung fiel auf ein Rekordtief von 9,2 %. In 19 EU-Ländern macht der aus Kohle erzeugte Strom bereits weniger als 5 % des Gesamtstroms aus. In den letzten zehn Jahren wurde der Rückgang der Kohle nicht durch einen entsprechenden Anstieg von Gas oder anderen fossilen Brennstoffen kompensiert.
Im Jahr 2025 stieg die Erzeugung mit Gas jedoch um 8 % gegenüber 2024, aufgrund der geringeren Leistung der Wasserkraft (-12 %), die von der Regenknappheit betroffen war. Dies erhöhte die Gasimportrechnung des europäischen Stromsektors auf 32 Milliarden Euro, 16 % mehr als im Vorjahr, und trieb die Großhandelspreise in 21 Mitgliedstaaten in die Höhe.
Unterschiede zwischen den Ländern
Obwohl in der gesamten EU Solar- und Windenergie die fossilen Energien übertrafen, geschah dies nur in 14 der 27 Mitgliedstaaten. Erstmals gehörten dazu Niederlande und Kroatien.
Im Gegensatz dazu sind Länder wie Estland, Bulgarien, Griechenland, Irland, Slowenien, Lettland, Rumänien, Slowakei, Italien, Tschechien, Polen, Zypern und Malta noch stärker von fossilen Brennstoffen abhängig. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass Griechenland, Bulgarien und Slowenien dank des starken Wachstums der Solarenergie kurz vor dem Wendepunkt stehen.
Schweden führt seit langem den erneuerbaren Vorstoß an und produziert seit 2010 mehr Strom mit Solar- und Windenergie als mit fossilen Brennstoffen. Luxemburg erreichte diesen Meilenstein 2017, Finnland und Litauen im Jahr 2022, während Portugal, Spanien, Österreich, Frankreich und Belgien dies 2023 schafften. Ungarn und Deutschland überschritten diese Schwelle im Jahr 2024.

Vorteile von Solar- und Windenergie
Solar- und Windenergie sind grundlegende Säulen der Energiewende:
- Umweltverträglichkeit: Sie ersetzen Kohle, Öl und Gas und verhindern Schadstoffemissionen und Treibhausgase.
- Unerschöpfliche und einheimische Ressourcen: Sonne und Wind sind kostenlos und lokal, wodurch die Abhängigkeit von Energieimporten verringert wird.
- Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit: Sie sind zunehmend günstiger als konventionelle Quellen und fördern grüne Arbeitsplätze in Herstellung, Installation und Wartung.
- Spezifische Vorteile:
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- Windenergie: Ideal für die großflächige Produktion, um Städte und Industrien zu versorgen.
- Solarenergie: Vielseitig und widerstandsfähig, ermöglicht dezentrale Lösungen in Haushalten und thermischen Anwendungen.
Darüber hinaus benötigen beide Technologien sehr wenig Wasser zum Betrieb und schützen so die Wasserressourcen im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken.
Der im Jahr 2025 erreichte Rekord bestätigt, dass die europäische Energiewende mit Nachdruck voranschreitet, obwohl Herausforderungen wie die Modernisierung des Netzes und die Verringerung der Gasabhängigkeit bestehen.
Solar- und Windenergie sind nicht nur entscheidend im Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch für die Gewährleistung der Energiesouveränität, der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und einer saubereren Zukunft.



