Der Wissenschaftler des CONICET Pedro Bocca vom Institut für Automatisierung der Nationalen Universität von San Juan hat einen autonomen Roboter mit künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt und patentiert, der in der Lage ist, Krankheiten in Kulturen zu erkennen und die genaue Menge an Pestiziden anzuwenden.
Das Ziel ist es, die jährlichen landwirtschaftlichen Verluste durch Schädlinge und Krankheiten zu reduzieren, den Einsatz von Agrochemikalien zu optimieren und die Umweltverschmutzung zu verringern.
Bocca erklärte, dass die aktuellen Systeme massenhaft sprühen, ohne zwischen gesunden und kranken Pflanzen zu unterscheiden. Seine Entwicklung hingegen ermöglicht es, die Art der Krankheit in Echtzeit zu identifizieren und das Pestizid präzise zu dosieren, wobei in ersten Tests eine Effektivität von 90 % erreicht wurde.
Funktionsweise und Anwendungen
Nach sechs Jahren Arbeit ist der Roboter bereit für Feldtests, montiert auf einem Traktor. Die Technologie ermöglicht es, das Gelände zu kartieren, Krankheitsherde zu erkennen und gezielt zu sprühen, wodurch Produktverschwendung vermieden wird. Derzeit wird in Zusammenarbeit mit einem privaten Unternehmen an der Anwendung in Zitrusfrüchten gearbeitet, obwohl er an alle Arten von Kulturen angepasst werden kann.
„Mit diesem Werkzeug kann man das Feld scannen und gleichzeitig sprühen, was exzellente Prozesse garantiert und die Verschmutzung der Atmosphäre reduziert“, sagte Bocca.

Bedeutung der Schädlingsbekämpfung
Die Schädlingsbekämpfung in Bäumen und Kulturen ist entscheidend für:
- Den Schutz der Wald- und städtischen Gesundheit, um Degradation zu vermeiden und das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.
- Die Erhaltung des kommerziellen Wertes und der landwirtschaftlichen Produktivität, da Schädlinge Triebe beeinträchtigen und die Qualität von Holz und Lebensmitteln mindern.
- Die Gewährleistung der Sicherheit in städtischen Gebieten, indem der Fall von Ästen und die Ausbreitung von Krankheiten verhindert werden.
- Den Schutz der Biodiversität, indem gesundheitliche und wirtschaftliche Risiken reduziert werden.
Methoden des integrierten Schädlingsmanagements (IPM)
Boccas Roboter ergänzt die Strategien des Integrierten Schädlingsmanagements (IPM), das kulturelle, biologische, physische und chemische Methoden kombiniert, um Schäden zu minimieren:
- Kulturelle Methoden: Auswahl resistenter Arten, sanitäre Beschneidung, Reinigung der Umgebung und Mulchen.
- Biologische Methoden: Einsatz natürlicher Feinde (Marienkäfer, Florfliegen), Parasitoide und Bakterien wie Bacillus thuringiensis.
- Physische und mechanische Methoden: Klebefallen, Pheromone, Barrieren an Stämmen und manuelle Entfernung.
- Chemische und organische Methoden: Neemöl, Kaliumseife und Endotherapie (Injektionen in den Stamm).
- Konstantes Monitoring: Visuelle Inspektion und Lichtfallen zur Erkennung nachtaktiver Schädlinge.
Umwelt- und soziale Auswirkungen
Die Innovation zielt nicht nur darauf ab, die landwirtschaftliche Produktivität zu verbessern, sondern auch die Umweltauswirkungen von Pestiziden zu reduzieren. Durch die präzise Anwendung von Dosen wird die Luft- und Bodenverschmutzung vermieden, wodurch die Hilfsfauna und die Ökosysteme geschützt werden. Darüber hinaus stellt die Einsparung von Betriebsmitteln einen wirtschaftlichen Vorteil für die Produzenten dar, die Ressourcen optimieren und die Rentabilität steigern können.
Der von Pedro Bocca entwickelte autonome Roboter stellt einen einzigartigen technologischen Fortschritt in der Welt dar, der künstliche Intelligenz mit nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken kombiniert. Seine Anwendung verspricht Einsparungen bei Betriebsmitteln, eine Verbesserung der Produktivität und eine Reduzierung der Umweltauswirkungen, indem er in die Strategien des integrierten Schädlingsmanagements integriert wird.
Diese Entwicklung zeigt, wie die argentinische Wissenschaft innovative Lösungen für globale Probleme bieten kann, und unterstreicht die Bedeutung der Verbindung von Technologie, Nachhaltigkeit und wissenschaftlichem Wissen, um die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft zu bewältigen.



