Von Müll zu Chancen: Wie Afrika Plastikabfälle in Arbeitsplätze und nachhaltige Lösungen verwandelt

Afrika erzeugt jährlich rund 20 Millionen Tonnen Plastikabfall, und laut der OECD könnte sich diese Zahl bis 2060 aufgrund des Bevölkerungswachstums und des steigenden Lebensstandards vervierfachen.

Das Fehlen effizienter Sammelsysteme, Behandlungsanlagen und Verpackungsalternativen verursacht erhebliche Umweltschäden: Deponien in Städten, Vieh, das Plastiktüten frisst, Verschmutzung von Flüssen, Böden und Meeren.

Im Jahr 2023 warnte die Vereinten Nationen vor einer „toxischen Flutwelle“: Von den 400 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich weltweit produziert werden, landen 79 % auf Deponien oder in der Natur, 12 % werden verbrannt und weniger als 10 % werden recycelt.

Ecobuild: Abfälle in Chancen verwandeln

In Mali gründete die Ingenieurin Doumbia Ecobuild, ein kleines Unternehmen, das Plastikmüll in Pflastersteine, Stühle, Rohre und Dekorationsgegenstände umwandelt.

  • Es produziert monatlich etwa 67 Tonnen zerkleinertes Plastik, das an Rohrfabriken verkauft wird.
  • Es beschäftigt sieben Personen und hat 30 gefährdete Personen ausgebildet, hauptsächlich durch den bewaffneten Konflikt Vertriebene.
  • Mit Unterstützung der spanischen NGO Ayuda en Acción und des Projekts Bamagreen, finanziert von IMG, wurde größere Maschinen angeschafft, um sich einem nahezu industriellen Modell anzunähern.
  • In diesem Jahr tritt die Initiative in eine zweite Phase mit Unterstützung der Spanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (Aecid) ein.

Das Ziel ist es, ein selbsttragendes Netzwerk von Sammlern zu schaffen, die den Rohstoff zur Werkstatt transportieren und Einkommen erzielen, wodurch eine Kreislaufwirtschaft rund um Plastik entsteht.

Der internationale Kontext

Im Jahr 2022 genehmigten Vertreter von 175 Ländern bei der UNO die Schaffung des ersten Vertrags gegen Plastikverschmutzung.

Nach sechs Verhandlungsrunden steckt das Abkommen jedoch immer noch fest. In der Zwischenzeit zeigen lokale Projekte wie Ecobuild, dass gemeinschaftliches Handeln einen Unterschied machen kann.

Plastikabfälle
Plastikabfälle sind eine große Herausforderung in Afrika.

Afrika an der Spitze der Gesetzgebung

Obwohl das Abfallmanagement weiterhin unzureichend ist, haben mehr als 20 afrikanische Länder Gesetze verabschiedet, die die Verwendung von Plastik verbieten oder einschränken.

  • Ruanda ist ein Vorreiter: Seit 2008 sind Polyethylenbeutel verboten, mit Geldstrafen und Gefängnis für Verstöße. Heute sind sie in Kigali fast unmöglich zu finden. Die Regierung plant, das Verbot auf Strohhalme und Flaschen auszuweiten.
  • Kenia und Tansania haben ähnliche Gesetze verabschiedet, wenn auch mit weniger sichtbaren Ergebnissen aufgrund von Managementproblemen und fehlenden Alternativen.
  • Im September 2025 schloss sich Gabun den Beschränkungen an.
  • Weitere Länder mit Maßnahmen: Äthiopien, Südafrika, Marokko, Botswana, Tschad, Ghana, Togo, Kongo, Eritrea, Burkina Faso, Algerien, Elfenbeinküste, Mauretanien, Senegal und Mali.

Die Umsetzung ist jedoch ungleichmäßig. In Mauretanien verwenden Supermärkte beispielsweise Stoff- und Papierverpackungen, aber schwarze Plastiktüten sind in Nachbarschaftsläden weiterhin präsent. In Senegal und Gambia dringt Plastik in Bäume und Straßen ein und zeigt das Ausmaß der Herausforderung.

Hindernisse und Herausforderungen

  • Unzureichende Umsetzung der Gesetze: Viele Verbote werden in der Praxis nicht eingehalten.
  • Fehlende tragfähige Alternativen: Stoff- oder Papierverpackungen ersetzen nicht immer Plastik.
  • Globale Abhängigkeit von Plastik: Erdölproduzierende Länder fördern es als Alternative zur Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe.

Afrika ist zusammen mit Asien der Kontinent mit dem größten Wachstum bei der Erzeugung von Plastikabfällen. Lokale Initiativen wie Ecobuild in Mali und wegweisende Gesetze wie die in Ruanda zeigen jedoch, dass der Kontinent nicht untätig bleibt.

Der Schlüssel liegt in der Kombination von gemeinschaftlichem Handeln, internationaler Unterstützung und effektiver Gesetzesanwendung, um Plastik von einer Bedrohung in eine Chance zu verwandeln.

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