Die Regierung von Entre Ríos hat durch die Resolution 152/26 die Genehmigung für die kommerzielle Jagd auf bis zu 100.000 Exemplare des Biberratten oder Nutria (Myocastor coypus) zwischen dem 15. Mai und dem 30. September erteilt, mit Ausnahme von geschützten Naturgebieten.
Die Maßnahme hat starke Kritik von Umweltorganisationen hervorgerufen, die vor den Auswirkungen auf die Feuchtgebiete und die Biodiversität warnen.
Kritik von Umweltorganisationen
Das Zentrum für das Studium und den Schutz von Wildvögeln (Ceydas) äußerte Besorgnis über die massenhafte Entnahme von Exemplaren und deren Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme. Sie wiesen darauf hin, dass die Biberratte eine entscheidende ökologische Rolle in den Feuchtgebieten spielt:
- Indikator für gesunde Flüsse: Ihre Anwesenheit spiegelt sauberes Wasser und ausgeglichene Ökosysteme wider.
- Kontrolle von Populationen: Reguliert Fische, Krebstiere und Amphibien und verhindert Überpopulationen.
- Kaskadengleichgewicht: Verhindert Ungleichgewichte, die die Wasserqualität und die Vegetation beeinträchtigen.
- Veränderung der Umgebung: Ihre Jagd- und Fortbewegungsgewohnheiten schaffen Mikrohabitate für andere Arten.
Hintergrund und Kontext
Die Genehmigung fügt sich in andere jüngste Entscheidungen über Wildtiere in der Provinz ein, wie die umstrittene Erlaubnis zur Jagd auf einheimische Vögel, die derzeit gerichtlich angefochten wird.
Für Ceydas spiegeln diese Maßnahmen einen Fortschritt in der Entschützung der einheimischen Fauna unter der Verwaltung von Gouverneur Rogelio Frigerio wider.

Widerspruch zur Tourismusstrategie
Umweltschützer heben den Widerspruch zwischen dieser Genehmigung und der offiziellen Kampagne hervor, die Entre Ríos als Ziel für Naturtourismus, Tierbeobachtung und Ruhe in Flusslandschaften bewirbt.
Die massenhafte kommerzielle Jagd, so argumentieren sie, könnte das Image der Provinz als Gebiet, das mit Naturschutz verbunden ist, beeinträchtigen.
Ökologische Rolle der Nutrias
Neben der Biberratte erfüllen auch andere Arten wie der Flussotter (Lontra provocax) wesentliche Funktionen:
- Spitzenprädatoren, die Fisch- und Amphibienpopulationen regulieren.
- Bioindikatoren für die Umweltgesundheit der Flüsse Paraná und Uruguay.
- Natürliche Thermometer zur Messung der Integrität aquatischer Ökosysteme.
Erhaltungssituation
Nutrias haben historisch unter dem Druck der Wilderei, der Verschmutzung durch Agrochemikalien und dem Verlust von Lebensräumen gelitten. In Entre Ríos ist ihr Schutz entscheidend, um das Gleichgewicht der Feuchtgebiete zu erhalten und die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme angesichts des Klimawandels und der produktiven Expansion zu gewährleisten.
Die Genehmigung zur kommerziellen Jagd auf 100.000 Nutrias in Entre Ríos eröffnet die Debatte über das Management von Wildtieren und die Spannung zwischen produktiven Aktivitäten, Umweltschutz und Tourismusförderung erneut.
Während die Regierung die Regulierung der Aktivität verteidigt, warnen Umweltorganisationen, dass die Maßnahme die Gesundheit der Feuchtgebiete und die Biodiversität der Küstenregion gefährden könnte.



