Mehr als 60 Schwarzhalsschwäne wurden tot im Budi-See in der Gemeinde Saavedra, Region La Araucanía in Chile, nach einer präventiven Patrouille gefunden. Die Exemplare zeigten Symptome, die mit dem H5N1-Virus übereinstimmen, bestätigt durch das zentrale Labor des Landwirtschafts- und Viehzuchtamtes (SAG) in Santiago.
Die Situation führte zur Erklärung einer regionalen Gesundheitswarnung im Rahmen des bereits geltenden nationalen Tiergesundheitsnotstands aufgrund der Ausbreitung der Vogelgrippe in verschiedenen Teilen des Landes.
Ausbreitung des Virus
Laut Rolando Sepúlveda, dem regionalen Leiter des SAG für den Schutz von Nutztieren, wird die Krankheit hauptsächlich durch zugvögel aus der nördlichen Hemisphäre übertragen und kann auch Hausvögel betreffen. Daher wurden Produzenten und ländliche Gemeinden aufgefordert, Biosicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und jeden Verdacht auf Ansteckung zu melden.
Das Virus war bereits in anderen Orten festgestellt worden:
- Renaico (550 km südlich von Santiago).
- Galvarino (680 km südlich).
- San Clemente (Maule).
- Nogales (Valparaíso).
- Pumanque und Las Cabras (O’Higgins).
- Melipilla (Metropolregion).
Die Ausbreitung bestätigt, dass sich der Ausbruch von Norden nach Süden ausbreitet und sowohl Wild- als auch Hausvögel betrifft.
Risiko für Menschen
Die Vogelgrippe kann auf Menschen übertragen werden, obwohl die Fälle selten sind und engen Kontakt mit infizierten Vögeln oder kontaminierten Umgebungen erfordern. Der Verzehr von gekochtem Fleisch und Eiern bleibt sicher, da die Krankheit nicht über Lebensmittel übertragen wird.
Das SAG verstärkte den Aufruf, keine toten oder kranken Vögel zu berühren und verdächtige Funde sofort zu melden.

Der Schwarzhalsschwan
Der Schwarzhalsschwan (Cygnus melancoryphus) ist die größte Wasserart in Chile und ein Symbol der südlichen Feuchtgebiete.
- Aussehen: schwarzer Hals und Kopf, weißer Körper und rote Caruncula über dem grauen Schnabel.
- Größe: Männchen bis zu 6,5 kg und Weibchen 4,5 kg, mit einer Länge von bis zu 122 cm.
- Ernährung: Pflanzenfresser, ernährt sich von Wasserpflanzen und Algen.
- Fortpflanzung: monogam, nistet zwischen Oktober und November und trägt seine Jungen auf dem Rücken.
- Verbreitung: von Huasco bis Feuerland, mit großer Präsenz in den Fjorden von Magallanes.
- Erhaltungszustand: bedroht durch Lebensraumverlust und illegale Jagd.
Derzeit wird geschätzt, dass mehr als 170 Exemplare im Budi-See durch den Ausbruch der Vogelgrippe gestorben sind, was einen schweren Notfall für die lokale Biodiversität darstellt.
Ökologische Bedeutung
Der Schwarzhalsschwan spielt eine Schlüsselrolle in den Feuchtgebietsökosystemen, indem er zum ökologischen Gleichgewicht und zur Dynamik der pflanzlichen und tierischen Gemeinschaften beiträgt. Sein Nistverhalten und die elterliche Fürsorge sind entscheidend für die Fortpflanzung und das Überleben der Art.
Die Umwelttragödie im Budi-See spiegelt die Verwundbarkeit der Wildarten gegenüber globalen Krankheiten wie der Vogelgrippe wider. Die Gesundheitswarnung zielt darauf ab, sowohl die Biodiversität als auch die öffentliche Gesundheit zu schützen und erinnert daran, dass der Schutz der Feuchtgebiete und ihrer emblematischen Arten für die ökologische Resilienz Chiles von entscheidender Bedeutung ist.



