Die Abgeordnetenkammer Brasiliens hat ein Gesetzesvorhaben verabschiedet, das den Umweltbehörden verbietet, Sanktionen ausschließlich auf Satellitenbilder zu stützen. Diese Maßnahme, die von Parlamentariern aus der Agrarindustrie vorangetrieben wurde, schränkt die Arbeit des brasilianischen Instituts für Umwelt (IBAMA) ein, das etwa 90 % der Überwachung der Abholzung mit Unterstützung von Fernerkundungstechnologien durchführt.
Der Text muss noch im Senat diskutiert werden und, falls er genehmigt wird, zur Unterzeichnung an Präsident Luiz Inácio Lula da Silva weitergeleitet werden, dessen Regierung sich verpflichtet hat, die illegale Abholzung im Amazonasgebiet bis 2030 zu beenden.
Warnungen des Umweltministeriums
Minister João Paulo Capobianco bezeichnete die Initiative als einen „unvorstellbaren Rückschritt“ und warnte, dass sie die Fähigkeit der Behörden zur Bekämpfung der Abholzung schwächt. Die Abstimmung ist Teil einer legislativen Offensive des Agrarsektors, die darauf abzielt, Umweltvorschriften zu lockern.

Andere genehmigte Initiativen
- Reduzierung des Floresta Nacional do Jamanxim um 40 % in Pará, einem wichtigen Reservat, das durch Holz- und Bergbauinteressen bedroht ist.
- Projekt, das den Schutz von einheimischen Feldern und nicht-waldlichen Formationen schwächt, die 48 Millionen Hektar umfassen.
Globale Bedeutung des Amazonas
Der Kampf gegen die Abholzung in Brasilien ist entscheidend für das Land und den Planeten:
- Globale Klimaschutzmaßnahmen: Der Amazonas-Regenwald ist einer der größten Kohlenstoffsenken der Welt. Sein Erhalt verhindert massive Emissionen von Treibhausgasen.
- Regionale Wasserregulierung: Die „fliegenden Flüsse“ des Amazonas speisen die Regenzyklen in Südamerika, die für die Landwirtschaft und die städtische Versorgung unerlässlich sind.
- Einzigartige Biodiversität: Er beherbergt etwa 10 % der bekannten Arten der Welt. Der Verlust von Lebensräumen droht mit irreversiblen Aussterben.
- Schutz indigener Gemeinschaften: Mehr als 40 Millionen Menschen, darunter indigene Gemeinschaften, sind für ihre Kultur und ihren Lebensunterhalt auf den Wald angewiesen.
- Internationale Verpflichtungen: Brasilien muss Emissionsreduktionsziele erreichen und auf ein Modell der nachhaltigen Bioökonomie hinarbeiten.
Risiken des Rückschritts
Die Genehmigung dieser legislativen Initiativen spiegelt die Spannung zwischen landwirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz wider. Die Einschränkung der Nutzung von Satellitenbildern und die Reduzierung geschützter Gebiete könnten die internationalen Verpflichtungen Brasiliens schwächen und die Glaubwürdigkeit des Landes in globalen Klimaforen beeinträchtigen.
Der brasilianische Amazonas ist ein Pfeiler der weltweiten Klimastabilität. Gesetzgeberische Entscheidungen, die die Umweltüberwachung einschränken und geschützte Gebiete reduzieren, gefährden nicht nur die Biodiversität und die lokalen Gemeinschaften, sondern auch die Fähigkeit des Planeten, dem Klimawandel zu begegnen.
Internationaler Druck und soziale Mobilisierung werden entscheidend sein, um diesen Rückschritt zu stoppen und sicherzustellen, dass Brasilien sein Ziel der Null-Abholzung bis 2030 erreicht.



