In der Geographie der Welt erfüllen die Berge eine stille, aber lebenswichtige Funktion. Sie wirken als große natürliche Reservoirs, wie im Fall des Schnees der Anden, wo sich das Wasser ansammelt, das Flüsse, Städte und ganze Volkswirtschaften versorgt.
Dies geschieht, weil die Gebirgsketten die Wolken zwingen, aufzusteigen. Dabei kühlt sich der Dampf ab, kondensiert und fällt als Schnee. Dann verwandelt sich diese weiße Decke in eine strategische Reserve, die der Sommer allmählich freigibt.
Eine grenzüberschreitende Abhängigkeit
Es wird geschätzt, dass etwa 1,6 Milliarden Menschen vom Wasser abhängen, das in Bergregionen entsteht. Obwohl sie weit entfernt sind, bestimmen diese Gipfel das tägliche Leben in trockenen Gebieten.
Mendoza ist ein klares Beispiel für diese Beziehung. Auch Rawson in der Patagonien ist vom Andenschmelzwasser über den Fluss Chubut abhängig. So wird der Schnee, der Hunderte von Kilometern entfernt fällt, zu Trinkwasser, Bewässerung und Energie.

Mendoza und seine Verbindung zur Gebirgskette
Zwischen April und September erhält die Cordillera de los Andes den Großteil ihrer Schneefälle. Wenn diese anhalten, verdichten sie sich und bilden Gletscher.
Mendoza beherbergt mehr als 4.000 Gletscher, die eine Fläche von fast 1.200 Quadratkilometern bedecken. Diese Eismasse fungiert als langfristiges Reservoir. In Jahren mit wenig Schneefall sind diese Gletscher essenziell, um die Flüsse zu stützen.
Merkmale des Schnees der Cordillera de los Andes
Der Andenschnee ist trocken, leicht und sammelt sich in großer Höhe. Sein Verbleib hängt von der Temperatur, der Ausrichtung der Hänge und der Häufigkeit der Stürme ab.
Wenn er monatelang bestehen bleibt, wirkt er wie ein natürlicher Schwamm. Er gibt Wasser langsam frei und verhindert plötzliche Überschwemmungen. Dieser Prozess ermöglicht es, Grundwasserleiter aufzufüllen und stabile Abflüsse während des Sommers zu halten.
Das Klima, das den Mangel erklärt
Mendoza lebt unter dem Einfluss des halbpermanenten Pazifik-Hochdruckgebiets. Dieses Hochdrucksystem blockiert das Eindringen von Stürmen.
Im Winter verschiebt sich diese Blockade leicht. Dann erreichen einige Schneefälle die hohen Berge. Dennoch zeigen die Aufzeichnungen, dass trockene Jahre häufiger sind als feuchte.

Eine anhaltende Dürre
Seit 2010 durchläuft die Region eine beispiellose Mega-Dürre. Die Schneefälle waren im Durchschnitt 30% niedriger als die historischen Werte.
Dieses Szenario kann nicht mehr nur durch die natürliche Variabilität erklärt werden. Die globale Erwärmung verstärkt die Hochdrucksysteme. Infolgedessen kommen weniger Stürme und die Temperatur steigt.
Wenn die Gletscher die Flüsse stützen
In extremen Perioden können die Gletscher bis zu 30% oder sogar mehr des Flusswassers wie des Mendoza beitragen.
Dies wurde 1968 deutlich, als trotz des Schneemangels die Flüsse ihren Wasserstand hielten. Dieses Ereignis führte zur Gründung des Argentinischen Instituts für Nivologie und Glaziologie.
Zu verstehen, wie der Schnee und das Andeneis funktionieren, ist keine akademische Übung. Es ist eine Notwendigkeit, um die Zukunft zu planen.
In einer halbtrockenen Region, mit mehr Hitze und weniger Schnee, ist die wissenschaftliche Forschung entscheidend. Die Wissenschaft zu verteidigen bedeutet letztlich, das Wasser und das Leben zu verteidigen, das davon abhängt.



