Der Oberste Gerichtshof verurteilte den Nationalstaat und die Provinzen Buenos Aires, Entre Ríos und Santa Fe zur Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Eindämmung der Brände im Delta del Paraná.
Das Urteil, unterzeichnet von den Richtern Horacio Rosatti, Carlos Rosenkrantz und Ricardo Lorenzetti, verpflichtet auch die Gemeinden Rosario und Victoria zur Umsetzung eines strategischen Erhaltungsplans.
Das Urteil ist eine Antwort auf eine im Jahr 2020 eingereichte Klage der Asociación Equística Defensa del Medio Ambiente.
Die Organisation prangerte die durch Rauch und Ruß in der Stadt Rosario verursachten Schäden an.
Daraufhin forderte sie die Umweltwiederherstellung der Region, die von der wahllosen Verbrennung von Grasflächen im Delta betroffen ist.

Die Justiz fordert einen obligatorischen Gesamtplan zur Bekämpfung der Brände im Delta
Das höchste Gericht ordnete die Umsetzung des Gesamtstrategischen Plans für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung des Delta del Paraná (PIECAS-DP) an.
Dieses interjurisdiktionale Abkommen, das seit 2008 in Kraft ist, bildet den geeigneten Rahmen zur Koordinierung von Präventionspolitiken zwischen der Nation und den Provinzen.
Der Gerichtshof stellte fest, dass die Brände im Delta hauptsächlich durch Brände in der Gerichtsbarkeit von Victoria entstehen.
Das Gericht stellte auch fest, dass es keine signifikanten Fortschritte bei den zwischen den beteiligten Gerichtsbarkeiten vereinbarten Präventionspolitiken gab.
Vor der Entscheidung legten die Provinzen und Gemeinden Einwände mit gegenseitigen Verantwortlichkeiten vor.
Die Nationalregierung argumentierte, dass das ursprüngliche Eigentum an den natürlichen Ressourcen den Provinzen zusteht.
Santa Fe hingegen argumentierte, dass, obwohl die Brände und Verbrennungen außerhalb ihrer Gerichtsbarkeit stattfinden, ihre Auswirkungen auf ihr Gebiet im Delta spürbar sind.
Konkrete Maßnahmen zum Schutz des Deltas vor Bränden und Feuer
Das Urteil legt fest, dass die beteiligten Gerichtsbarkeiten die folgenden Maßnahmen umsetzen müssen:
- Installation von Ausrüstung und Infrastruktur für Frühwarninformationssysteme
- Umsetzung des Netzwerks von Erhaltungsleuchttürmen in der gesamten Delta-Region
- Entwicklung eines systematischen Kontrollplans für Brandherde
- Umsetzung eines spezifischen Feuerwehrplans für das Delta del Paraná
Die Richter betonten, dass die Verantwortung für die Umsetzung von Schutz- und Überwachungspolitiken bei den Provinzen liegt.
Heute beschränkt sich der Nationalstaat darauf, die Mindestanforderungen für den Umweltschutz festzulegen.

Die Beschwerde der Gemeinde Rosario und die Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen
Die Gemeinde Rosario stellte ihre Einbeziehung in die Klage in Frage. Sie wies darauf hin, dass „die absichtlichen, illegalen und systematischen Brände im oberen Delta des Río Paraná geografisch in der Provinz Entre Ríos“ liegen, mit Ausnahme einiger Inseln, die zugunsten von Santa Fe registriert sind.
Die Provinz Santa Fe betonte, dass das Abbrennen von Grasflächen in ihrem gesamten Gebiet verboten ist.
Darüber hinaus teilte sie mit, dass sie verschiedene Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der Brandherde, die die Region betreffen, fördert.
Dennoch schloss das Gericht Rosario und Victoria in die Verpflichtung zur Umsetzung des strategischen Plans ein.
Das Gericht betonte die Notwendigkeit einer koordinierten Aktion zum Schutz des Delta del Paraná vor der wiederkehrenden Bedrohung durch Brände.
Die Richter stellten klar, dass die Überwachung und Kontrolle des Plans nicht in die Zuständigkeit der Justiz fällt.
Diese Aufgabe würde aufgrund der zyklischen Natur der Brände im Delta eine unbestimmte Zeit in Anspruch nehmen, weshalb die Verantwortung bei den politischen Behörden jeder Gerichtsbarkeit liegt.



