Mehr als 85 Experten lehnen die Reform des Gletschergesetzes als verfassungswidrig ab und prangern einen historischen Rückschritt im Umweltschutz an.

Mehr als 85 Verfassungsrechtler und Akademiker haben einen Brief an den Kongress geschickt, um gegen die Reform des Gletscher-Gesetzes zu protestieren, das die Regierung in außerordentlichen Sitzungen behandeln möchte.

Die Experten warnten, dass die Initiative verfassungswidrig, rückschrittlich sei und das Recht auf eine gesunde Umwelt gefährde.

Die Reform des Gesetzes, das die Gletscher in Argentinien schützt, hat eine starke Reaktion im juristischen und umweltpolitischen Bereich ausgelöst.

Unter den Unterzeichnern befinden sich anerkannte Persönlichkeiten wie Daniel Sabsay, Roberto Gargarella, Leila Devia, Andrés Gil Domínguez und Florencia Saulino, unter anderen.

glaciares del planeta, Reforma de la Ley de Glaciares

Die Reform des Gletscher-Gesetzes, verfassungswidrig und ein umweltpolitischer Rückschritt

Das Dokument hob hervor, dass Artikel 41 der Nationalen Verfassung dem Kongress die Befugnis erteilt, Mindestvorschriften für den Umweltschutz zu erlassen.

Daher können die Provinzen diese Regeln ergänzen, aber niemals verringern oder das Schutzniveau unterschreiten.

Die Experten betonten, dass die provinzielle Zuständigkeit bei der Verwaltung der Gletschergebiete „maximierend sein muss, um den Umweltschutz entsprechend den Besonderheiten jedes Ökosystems und der jeweiligen Gerichtsbarkeit zu verstärken“.

Die von der Casa Rosada vorgeschlagene Reform des Gletscher-Gesetzes ermöglicht es jedoch jedem Bezirk, selbst zu bestimmen, welche Gletscher und periglazialen Umgebungen nach eigenen Kriterien geschützt werden sollen.

Diese Diskretion gefährdet lokale Wasserquellen und die der flussabwärts gelegenen Provinzen.

„Die Reform des Gletscher-Gesetzes stellt keine bloße Änderung dar, sondern untergräbt vollständig das bestehende System. Ihre Formulierung demontiert das Wesen der Mindestvorschriften-Gesetze“, erklärten die Experten in dem Brief.

Auswirkungen auf das Nationale Inventar

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Auswirkung auf das Nationale Gletscherinventar, ein technisch-wissenschaftliches Werkzeug mit öffentlichem Zugang, das die Eiskörper des Landes identifiziert.

Laut den Experten entleert die Unterordnung dieses Wissens unter provinzielle politische Entscheidungen in der Reform den Mindestschutz, den das Gletscher-Gesetz festlegt.

Darüber hinaus warnten die Experten, dass der Vorschlag den ökosystemischen Ansatz bricht, der anerkennt, dass Gletscher und Wassereinzugsgebiete keine administrativen Grenzen respektieren.

„Die Aufhebung des Schutzes eines Gletschers in einer Gerichtsbarkeit kann direkt den Zugang zu Wasser und die Umweltrechte anderer beeinflussen“, stellten sie in dem Dokument fest.

In diesem Sinne erinnerten sie daran, dass der Oberste Gerichtshof der Nation bereits den operativen Charakter der Mindestumweltschutzvorschriften bestätigt hat.

Aber wenn die Reform des Gletscher-Gesetzes genehmigt wird, würde das gemeinsame nationale Kriterium aufgehoben und jeder Bezirk könnte unterschiedliche Regeln festlegen, was zu Ungleichheiten im Schutz der Wasserressourcen führen würde.

Alerta ambiental: el Gobierno busca una reforma de la Ley de Glaciares para atraer inversiones mineras

Die Risiken für den umweltrechtlichen Rahmen

Die Unterzeichner warnten, dass die eventuelle Genehmigung des Projekts einen gefährlichen Präzedenzfall für den Rest des umweltrechtlichen Gefüges schaffen würde.

Die Befürchtung ist, dass, wenn die Reform des Gletscher-Gesetzes genehmigt wird, anschließend ähnliche Rückschritte bei anderen wichtigen Gesetzen ermöglicht werden könnten.

Die geltende Gesetzgebung, die vor 15 Jahren verabschiedet wurde, gilt als pionierhaft auf regionaler und globaler Ebene.

Sie legt Mindestvorschriften fest, um Gletscher und periglaziale Umgebungen als strategische Wasserreserven zu schützen.

Darüber hinaus schafft sie das nationale Inventar und verbietet Aktivitäten, die ihre natürliche Beschaffenheit beeinträchtigen könnten, insbesondere solche, die mit dem Bergbau und der Ölindustrie verbunden sind.

Argentinien verfügt über eines der umfangreichsten Gletschererbe der Welt. Es besitzt fast 17.000 Eiskörper, die sich von Jujuy bis Feuerland erstrecken, einschließlich der Antarktis und der südlichen Atlantikinseln.

Diese Reserven sind jedoch hochgradig gefährdet: In den letzten zehn Jahren hat sich die Gletscherfläche um etwa 17% verringert.

Deshalb war die Verabschiedung des Gletscher-Gesetzes damals entscheidend, und nun ist es durch eine Reform gefährdet, die die Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen erleichtern würde.

Dieser Rückschritt fügt sich in einen globalen Trend des Eisverlusts durch den Klimawandel ein.

Laut einer Studie der Zeitschrift Nature, die 2025 veröffentlicht wurde, haben die Gletscher der Welt zwischen 2000 und 2023 durchschnittlich 273 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verloren.

Organisationen wie FARN, Greenpeace und Aves Argentinas forderten, dass keine Reform vorangetrieben wird, die das aktuelle Gletscher-Gesetz schwächt.

Sie warnten, dass „eine Schwächung nicht zu nachhaltiger Entwicklung führen wird, sondern zu größerer klimatischer Verwundbarkeit, Wasserverlust, sozialen Auswirkungen und steigenden wirtschaftlichen Kosten“.

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