Die starken Regenfälle in Mosambik haben eine der schlimmsten Überschwemmungen der letzten Jahre verursacht. Laut dem Nationalen Institut für Katastrophenmanagement (INGD) und der UN-Flüchtlingsagentur (UNHCR) haben die Überschwemmungen mindestens 185 Tote, 821.000 Betroffene und fast 400.000 Vertriebene hinterlassen.
Der UNHCR-Vertreter im Land, Xavier Creach, erinnerte daran, dass dies für viele Gemeinschaften die dritte große Überschwemmung in 15 Jahren ist, mit wiederholten Verlusten von Häusern, Ernten und Lebensgrundlagen. „Viele erzählten uns, dass sie Stunden, wenn nicht Tage, auf den Dächern ihrer Häuser gewartet haben“, berichtete er.
Erzwungene Vertreibung und Überlastung der Unterkünfte
Die durch die Regenfälle verursachte Massenflucht kommt zu der Vertreibung hinzu, die durch den bewaffneten Konflikt im Norden des Landes verursacht wurde, wo dschihadistische Gruppen operieren. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Vertriebenen auf 700.000 Personen.
Rund 100.000 Personen suchen Zuflucht in etwa hundert temporären Aufnahmezentren, meist Schulen und öffentlichen Gebäuden. Das UNHCR warnt, dass diese Räume stark überlastet sind, mit Mängeln an Privatsphäre, Beleuchtung und grundlegenden Dienstleistungen.
Die Regenfälle treffen besonders die Provinzen Gaza, Maputo, Sofala, Inhambane und Manica, was die Regierung dazu veranlasste, am 16. Januar den roten Alarm auszurufen und internationale humanitäre Hilfe anzufordern.
Hindernisse für die Hilfe
Das Welternährungsprogramm (WFP) berichtete, dass mehr als 1.500 Kilometer Straßen unbrauchbar geworden sind, was den Einsatz von Flugzeugen, Hubschraubern und Amphibienfahrzeugen erforderlich macht, um die Betroffenen zu erreichen. Etwa 20.000 Personen wurden auf dem Luft-, Wasser- und Landweg evakuiert.
Die NGO Ayuda en Acción berichtet, dass das Wasser Häuser, Straßen und Felder überflutet hat, die Mobilität einschränkt und die Gesundheitsrisiken erhöht. Die WHO warnt, dass die Zerstörung kritischer Infrastrukturen und die Unterbrechung von Gesundheitsdiensten das Risiko von durch Wasser und Mücken übertragene Krankheiten wie Cholera, Dengue und Malaria erhöht.

Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel
Die Zerstörungen verdeutlichen die Verwundbarkeit von Mosambik und der Region gegenüber extremen Wetterereignissen, die immer häufiger und intensiver werden. Das WFP erkennt an, dass seine Ressourcen stark begrenzt sind und dass die Bereitstellung von Nahrungsmitteln für diesen Notfall die Betreuung der durch den Konflikt im Norden Vertriebenen gefährdet.
Internationale Reaktion auf die Überschwemmungen in Mosambik
- Spanien schickte humanitäre Hilfe im Wert von 106.058 Euro und stellte ein Wasseraufbereitungsmodul bereit.
- Die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) mobilisierte ihr Notfallreaktionsteam, um Mosambik und Südafrika zu unterstützen.
- Insgesamt haben die Regenfälle und Überschwemmungen seit Dezember 2025 1,3 Millionen Menschen im südlichen Afrika betroffen, so die WHO.
Mosambik steht vor einer humanitären Krise, die durch die Kombination von extremen Wetterereignissen und bewaffneten Konflikten geprägt ist. Das Ausmaß der Schäden erfordert verstärkte Maßnahmen zur Prävention, Anpassung und Reaktion sowie eine stärkere internationale Zusammenarbeit, um Hunderttausenden von Vertriebenen zu helfen und Gesundheitsrisiken zu verringern.



