In Santa Marta, Kolumbien, haben ehemalige Fischer wie Yerson Granados und Kevin Monsalvo zerstörerische Praktiken wie den Einsatz von Dynamit, Netzen und Ankern aufgegeben, um zu Wächtern des Meeres zu werden. Heute, in Taucheranzüge gehüllt, befestigen sie Korallenfragmente an strukturen, die Riffe nachahmen, und tauchen sie mit der Hoffnung, die Korallen im Karibischen Meer wiederherzustellen.
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP erinnert sich Granados, dass sie früher „sie beschädigt haben, sie sahen aus wie Steine“, aber jetzt versteht er, dass Korallen „Häuser für Fische“ sind und für das Meeresleben unerlässlich sind.
Fundación CIM Caribe und die Gemeinschaftsarbeit
Die Fundación CIM Caribe leitet dieses Projekt, das bereits 1,5 Hektar mit 20 Korallenarten gepflanzt hat, dank der Arbeit von ehemaligen Fischern, die zu Umweltverteidigern geworden sind. Die Fragmente wachsen zuerst in kontrollierten Baumschulen und werden dann in Unterwassergärten in etwa 10 Metern Tiefe verpflanzt.
Das Ziel ist es, 36 Hektar Korallenriffe bis 2030 wiederherzustellen, in einem Land, in dem die steigende Meerestemperatur das Überleben dieser Ökosysteme bedroht.
Ein gefährdetes Ökosystem
Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) warnte 2024, dass 44 % der Korallenarten weltweit vom Aussterben bedroht sind, hauptsächlich aufgrund des Klimawandels. Die Korallenbleiche und die Versauerung der Ozeane sind Phänomene, die die Riffe schwächen und die marine Biodiversität gefährden.

Bedeutung der Korallenrestaurierung
- Küstenschutz: Die Riffe wirken als natürliche Barrieren gegen Hurrikane und Sturmfluten.
- Biodiversität: Sie beherbergen Tausende von Meeresarten und erhalten die Gesundheit des Ozeans.
- Kleinfischerei: Die restaurierten Korallen dienen als Brutstätte für Fische und sichern die Ernährungssicherheit.
- Nachhaltiger Tourismus: Sie schaffen neue wirtschaftliche Alternativen für Küstengemeinden.
- Klimaschutzmaßnahmen: Die Transplantation resistenter Arten stärkt die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems.
- Lokale Ermächtigung: Fischer werden zu aktiven Restauratoren und Wächtern des Meeres.
Eine Million Korallen für Kolumbien
Die Initiative „Eine Million Korallen für Kolumbien“ hat ihr ursprüngliches Ziel übertroffen und die Pflanzung von 1.052.340 Fragmenten und die Wiederherstellung von 204 Hektar im kolumbianischen Karibikraum erreicht.
Schlüsseldetails des Projekts
- Umfang: Eingriffe in 12 Gebieten, darunter das Archipel von San Andrés, Providencia und Santa Catalina (Seaflower-Reservat), der Tayrona-Nationalpark und der Rosario- und San-Bernardo-Korallen-Nationalpark.
- Gemeinschaftlicher Einfluss: Verändert die lokale Wirtschaft, indem Fischer geschult werden, Riffe zu schützen und wiederherzustellen.
- Technik: Schwimmende Unterwasser-Baumschulen zur Kultivierung von Fragmenten vor der Transplantation.
- Bedeutung: Positioniert Kolumbien als internationales Vorbild im marinen Naturschutz.
Die Korallenrestaurierung in Kolumbien ist mehr als ein Umweltprojekt: Es ist eine soziale und wirtschaftliche Transformation, die Fischer in Unterwassergärtner verwandelt und die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme gegenüber dem Klimawandel stärkt. Mit Initiativen wie „Eine Million Korallen für Kolumbien“ festigt sich das Land als führend in der aktiven marinen Erhaltung.



