Forscher der Universität Basel haben einen halbautonomen vierbeinigen Roboter namens ANYmal entwickelt, der für die Beschleunigung der Erforschung extraterrestrischer Umgebungen wie Mars und Mond konzipiert wurde.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Rovern ähnelt dieser Roboter einem robotischen Hund und ist mit einem Arm ausgestattet, der eine Mikroskopkamera und ein Raman-Spektrometer trägt, das in der Lage ist, den chemischen Fingerabdruck von Gesteinen zu identifizieren.
Tests unter simulierten Bedingungen
Die Tests wurden im Marslabor durchgeführt, einer Einrichtung, die die staubigen und felsigen Oberflächen von Mars und Mond nachbildet. Ziel war es, dass sich ANYmal autonom bewegt, wissenschaftlich interessante Gesteine identifiziert, analysiert und Ergebnisse ohne menschliches Eingreifen überträgt.
Die Ergebnisse waren überraschend: Der Roboter absolvierte die Missionen in 12 bis 23 Minuten, während ein menschlicher Bediener 41 Minuten für die gleiche Aufgabe benötigte. Obwohl die menschliche Überwachung mehr Details bot, markieren die Geschwindigkeit und Autonomie des Roboters einen signifikanten Wandel im Tempo der Weltraumforschung.
Fähigkeiten und Erkenntnisse
ANYmal konnte Mineralien wie Gips, Karbonate, Basalte, Dunite und Anorthosit identifizieren, Materialien, die für das Verständnis der marsianischen und lunaren Geologie relevant sind.
Sein Design mit Beinen ermöglicht es ihm, Hindernisse zu überwinden und Bereiche zu erreichen, die für Rover mit Rädern unzugänglich sind, was die Forschungsmöglichkeiten in komplexem Gelände erweitert.

Auswirkungen auf die Weltraumforschung
Die Studie bestätigt, dass Roboter mit autonomer Mobilität zu Protagonisten der wissenschaftlichen Aktivitäten auf anderen Welten werden könnten. Anstatt nur einfache, ferngesteuerte Werkzeuge zu sein, wären diese Systeme in der Lage, Biosignaturen und Spuren alten Lebens unabhängig zu suchen.
Im Fall des Mondes ist die Entwicklung von Robotern entscheidend, um feindliche Umgebungen zu erforschen, Ressourcen wie Wassereis zu suchen und Infrastrukturen zu bauen, ohne Menschenleben zu gefährden. Diese Maschinen würden es ermöglichen, permanente Basen vorzubereiten, komplexe Gelände zu analysieren und die Kosten der Missionen zu senken.
Eine Zukunft mit Roboterprotagonisten
Die Forschung hebt die Bedeutung von Robotern in der Weltraumforschung hervor:
- Sie können gefährliche Aufgaben ausführen, wie das Erkunden von Schattenkratern oder das Handhaben radioaktiver Materialien.
- Sie erleichtern die Suche nach wesentlichen Ressourcen zur Erzeugung von Sauerstoff und Treibstoff.
- Sie tragen zum Bau von Habitaten und Landeplattformen bei.
- Sie unterstützen bemannte Missionen bei Wartung und Betrieb von Geräten.
Projekte wie die ESA Moon Room und die Entwicklungen der NASA sind entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit dieser Technologien unter extremen Bedingungen zu testen. ANYmal reiht sich in diesen Trend ein und zeigt, dass vierbeinige Roboter in der nächsten Phase der Mond- und Marsforschung von entscheidender Bedeutung sein könnten.



