Nahrungsmittelunsicherheit: Akuter Hunger könnte sich laut UN zwischen Juni und November in 13 kritischen Brennpunkten verschlimmern

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und das Welternährungsprogramm (PMA) warnen davor, dass die akute Ernährungsunsicherheit sich zwischen Juni und November 2026 in 13 Ländern und Gebieten, die als „kritische Brennpunkte des Hungers“ gelten, verschlechtern könnte.

Die Hauptursachen sind bewaffnete Konflikte, wirtschaftliche Schocks, der Rückgang der humanitären Finanzierung und klimatische Phänomene wie El Niño.

Gebiete von größter Besorgnis

  • Sudan: Epizentrum der globalen Krise, mit Hungersnotgefahr in 14 Gebieten von Darfur und Kordofan. Nahezu 19,5 Millionen Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen; bis zu 200.000 könnten zwischen Juni und September in katastrophale Bedingungen geraten.
  • Südsudan: mehr als 7,8 Millionen Menschen in Krise oder schlimmer; 73.000 könnten das extremste Hungerniveau erreichen.
  • Jemen: eines der schwerwiegendsten Szenarien, mit 18,3 Millionen Menschen in Krise oder schlimmer, darunter 5,5 Millionen in Notlage.
  • Palästina (Gaza und Westjordanland): obwohl sich Gaza nach dem Waffenstillstand im Oktober 2025 leicht verbessert hat, besteht weiterhin Hungersnotgefahr; mehr als 1,6 Millionen Menschen benötigen dringend Hilfe. Im Westjordanland beeinträchtigen Gewalt und Einschränkungen die landwirtschaftlichen Lebensgrundlagen und den Zugang zu Nahrungsmitteln.
  • Nigeria (Bundesstaat Borno): etwa 34,8 Millionen Menschen könnten mit akuter Ernährungsunsicherheit konfrontiert sein; 15.000 in katastrophalen Bedingungen.
  • Somalia (Region Bay): sechs Millionen Menschen in Krise oder schlimmer; Burhakaba steht nach Jahren der Dürre und des Konflikts vor einer Hungersnotgefahr.

Länder von sehr hoher Besorgnis

  • Afghanistan: aufeinanderfolgende Dürren, hohe Preise und Eskalation des Konflikts verschärfen die Krise.
  • Demokratische Republik Kongo: Kämpfe im Osten und massive Vertreibungen; der Ebola-Ausbruch fügt einen neuen Risikofaktor hinzu.
  • Haiti: von größter Besorgnis auf sehr hoch herabgestuft, mit begrenzten Verbesserungen bei Inflation und Straßenanbindung, obwohl die Situation weiterhin fragil ist.

Weitere kritische Brennpunkte umfassen Myanmar, Mali, Libanon und Madagaskar, wo eine Verschlechterung der Ernährungssicherheit erwartet wird.

Verschärfende Faktoren

  • Bewaffnete Konflikte: Hauptursache in 12 der 13 Brennpunkte.
  • Wirtschaftliche Schocks: Inflation und Einkommensrückgang beeinträchtigen den Zugang zu Nahrungsmitteln.
  • Rückgang der humanitären Finanzierung: zwischen 2022 und 2025 um 59% gesunken, auf ähnliche Niveaus wie 2016-2017.
  • Phänomen El Niño: Dürren, Überschwemmungen und unregelmäßige Regenfälle in gefährdeten Ländern.

Ausmaß des Problems

Etwa 266 Millionen Menschen sind in den analysierten Ländern von hohen Niveaus akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.

Der Bericht warnt auch vor neuen Krisen, die sich aus dem Konflikt im Nahen Osten und dem Ebola-Ausbruch in der DRK ergeben.

inseguridad alimentaria
Akute Ernährungsunsicherheit bedroht Millionen.

Dringender Aufruf zum Handeln

Die FAO und das PMA betonen, dass frühzeitiges Handeln der effektivste und kostengünstigste Weg ist, Leben zu retten.

Der amtierende Exekutivdirektor des PMA, Carl Skau, betonte: „Ohne sofortige Maßnahmen laufen Millionen von Menschen Gefahr, in den kommenden Monaten in den Hunger zu geraten, was einige Bevölkerungen näher an eine Hungersnot bringt“.

Die Agenturen fordern:

  • Erhöhung der humanitären Hilfe.
  • Sicherer Zugang zu betroffenen Bevölkerungen gewährleisten.
  • Unterstützung landwirtschaftlicher Lebensgrundlagen.
  • Stärkung der Gemeinschaftsresilienz.

Der halbjährliche Bericht der FAO und des PMA ist eine klare Warnung: Akuter Hunger droht sich in mehreren Regionen zu verschärfen, von Afrika bis zum Nahen Osten und Asien.

Die Kombination aus Konflikten, Wirtschaftskrisen und klimatischen Phänomenen erfordert eine schnelle und koordinierte internationale Reaktion, um zu verhindern, dass diese Notfälle zu großflächigen humanitären Katastrophen werden.

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