Die Schutzkuppel, die den Kernreaktor von Tschernobyl in der Ukraine schützt, kann ihre Hauptfunktion der radioaktiven Eindämmung nach einem Drohnenangriff, der Anfang 2025 registriert wurde, nicht mehr erfüllen.
Die Warnung wurde von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ausgegeben, deren Inspektorenteam bestätigte, dass die Struktur kritische Isolationsfähigkeiten verloren hat.
Die Kuppel wurde über dem Kernkraftwerk Tschernobyl errichtet, um das Austreten von Strahlung nach der Kernkatastrophe von 1986 einzudämmen.
Bisher war sie dafür verantwortlich, eine größere Toxizität zu verhindern, aber der Russland-Ukraine-Krieg hat sie gefährdet.
Die Kuppel von Tschernobyl zeigt einen Verlust ihrer Sicherheitsfunktionen
Die Inspektoren der IAEO entdeckten, dass die riesige Kuppelstruktur, die Tschernobyl bedeckt, „ihre primären Sicherheitsfunktionen, einschließlich der Isolationsfähigkeit“, verloren hat.
Der Angriff, der im Februar dieses Jahres stattfand, wurde von der Ukraine Russland zugeschrieben, eine Anschuldigung, die der Kreml entschieden bestritt.
Nach Bekanntwerden dieser Tatsache plädierte der Generaldirektor der IAEO, der Argentinier Rafael Grossi, für Reparaturen an der Kuppel von Tschernobyl.
„Eine rechtzeitige und umfassende Wiederherstellung bleibt essenziell, um eine weitere Verschlechterung zu vermeiden und die langfristige nukleare Sicherheit zu gewährleisten“, erklärte er.

Die Schäden an der Struktur und die notwendigen Reparaturen
Das Team der Organisation schloss letzte Woche eine Sicherheitsbewertung der Tschernobyl-Kuppel ab, nachdem sie durch den Angriff schwer beschädigt worden war.
Der Einschlag verursachte ein Feuer in der Außenverkleidung der Stahlstruktur, das die Integrität des Schutzschildes beeinträchtigte.
Laut dem Bericht sind Reparaturen unerlässlich, um:
- eine weitere Verschlechterung des nuklearen Schutzes zu verhindern
- die nukleare Sicherheit langfristig zu gewährleisten
- die Isolationsfähigkeit des radioaktiven Materials aufrechtzuerhalten
- die Energieinfrastruktur der Ukraine zu schützen
Die Inspektoren gaben an, dass keine dauerhaften Schäden an den Tragstrukturen oder den Überwachungssystemen der Abdeckung entstanden sind und dass einige Reparaturen am Dach durchgeführt wurden.
Tschernobyl: der historische Kontext und das aktuelle Risiko
Die Explosion von Tschernobyl im Jahr 1986 schleuderte radioaktives Material in die Luft, was eine öffentliche Gesundheitsnotlage in ganz Europa verursachte.
Als Reaktion darauf errichtete die ehemalige Sowjetunion einen Betonsarkophag über dem beschädigten Kernreaktor.
Die Kuppel von Tschernobyl hatte nur eine Lebensdauer von 30 Jahren, was den Bau des aktuellen Schutzsarkophags motivierte, der darauf ausgelegt ist, radioaktive Lecks für die nächsten 100 Jahre zu verhindern.

Professor Jim Smith von der Universität Portsmouth (Vereinigtes Königreich), der die Folgen der Katastrophe untersucht hat, erklärte, dass die größte Gefahr, die mit dem Ort verbunden ist, der radioaktive Staub ist.
Er fügte jedoch hinzu, dass „das Risiko gering“ sei, da der kontaminierte Staub innerhalb des dicken Betonsarkophags enthalten ist, der von dem Schutzschild bedeckt wird.
Smith sagte der BBC, dass „es nichts ist, worüber wir in Panik geraten sollten“, obwohl er die Bedeutung von sofortigen Reparaturen anerkannte.
Die kontinuierlichen Inspektionen der Tschernobyl-Kuppel
Seit Anfang Dezember bewertet die nukleare Kontrollbehörde der UNO die Energieinfrastruktur der Ukraine, während das Land weiterhin gegen Russland verteidigt.
Neben der Bewertung von Tschernobyl hat die IAEO auch die Umspannwerke inspiziert, die mit der nuklearen Sicherheit im gesamten ukrainischen Gebiet verbunden sind.
Grossi erklärte, dass diese Einrichtungen „absolut unverzichtbar sind, um die Elektrizität zu liefern, die alle Kernkraftwerke für die Kühlung der Reaktoren und andere Sicherheitssysteme benötigen“.
„Sie sind auch notwendig, um die von ihnen erzeugte Elektrizität an die Haushalte und die Industrie zu verteilen“, fügte der internationale Beamte hinzu.



