Der Senat hat dem Projekt, das das Gletschergesetz ändert, eine vorläufige Zustimmung erteilt, eine Entscheidung, die sofort von Umweltorganisationen abgelehnt wurde. Die Initiative muss jedoch noch im Abgeordnetenhaus behandelt werden, um Gesetz zu werden.
Die Regierung von Javier Milei fördert die Reform in außerordentlichen Sitzungen mit dem Argument, den rechtlichen Rahmen zu ordnen und ein System des Umweltföderalismus zu konsolidieren. Kritische Sektoren warnen jedoch vor möglichen Rückschritten im Bereich des ökologischen Schutzes.
Darüber hinaus argumentieren Experten, dass die Änderung internationalen Verpflichtungen des Landes widersprechen könnte, wie dem Escazú-Abkommen, das darauf abzielt, Umweltrechte und Zugang zu Informationen zu gewährleisten.

Was legt das geltende Gesetz fest?
Das Gletschergesetz wurde 2010 verabschiedet und definiert einen Gletscher als jede stabile oder langsam fließende Eismasse, mit oder ohne Wasser im Inneren. Es schützt auch die periglaziale Umgebung als strategischen Regulator der Wasserressourcen.
Der Artikel 6 verbietet Aktivitäten wie die Erkundung von Mineralien und Kohlenwasserstoffen, die Errichtung von Industrien und jegliche Arbeiten, die die Dynamik des Eises oder die Wasserqualität verändern. Es verbietet auch die Lagerung von Schadstoffen in diesen sensiblen Bereichen.
Darüber hinaus schuf das Gesetz das Nationale Gletscherinventar, das vom Argentinischen Institut für Schneekunde, Glaziologie und Umweltwissenschaften unter der Leitung von Conicet geführt wird. Das Register zählt 16.968 Eiskörper mit einer Fläche von 8.484 Quadratkilometern, hauptsächlich in der Andenkordillere und 890 auf den Inseln des Südatlantiks.
Die vorgeschlagenen Änderungen und die verfassungsrechtliche Debatte
Das Projekt definiert das Schutzobjekt neu und beschränkt den Schutz auf Gletscher, die eine effektive und relevante hydrologische Funktion für die Auffüllung von Einzugsgebieten erfüllen. Folglich würde der Schutzumfang im Vergleich zum aktuellen Schema reduziert.
Darüber hinaus wird vorgeschlagen, dass jede Provinz bestimmt, welche Gletscher geschützt werden und in welchen extraktive Aktivitäten erlaubt sind. Dieser Punkt ist umstritten, da er das Konzept der minimalen Umweltvorgaben gemäß Artikel 41 der Nationalen Verfassung verändern könnte.
Kritiker der Reform warnen, dass die Übertragung dieser Definition auf die Provinzen interjurisdiktionelle Konflikte um den Zugang zu Wasser verursachen könnte. Befürworter argumentieren hingegen, dass die geltende Gesetzgebung zu umfassend ist und Produktionsprojekte sogar in Gebieten ohne signifikanten Wasserbeitrag blockiert.

Potenzielle Auswirkungen auf Ökosysteme und die Umwelt
Die mögliche Änderung könnte Hochgebirgsökosysteme beeinträchtigen, die vom Gleichgewicht zwischen Eis, gefrorenen Böden und Wasserläufen abhängen. Die Gletscher fungieren als strategische Süßwasserreserven und regulieren die Wasserführung in Dürreperioden.
Darüber hinaus erfüllt die periglaziale Umgebung Schlüsselrollen bei der Auffüllung von Grundwasserleitern und der Bodenstabilität. Eine Reduzierung ihres Schutzes könnte das Risiko von Degradation, Verschmutzung und Verlust der Biodiversität in den Andenregionen erhöhen.
Daher geht die Debatte über den Bergbau hinaus und konzentriert sich auf das Wassermanagementmodell und die gemeinsamen Güter. In einem Kontext von Klimawandel und Gletscherrückgang könnte die gesetzgeberische Entscheidung einen Wendepunkt in der Umweltpolitik des Landes markieren.



