Spezialisten des CONICET, zusammen mit Forschern der UNLP und der Wissenschaftlichen Forschungskommission von Buenos Aires, treiben ein Kreislaufwirtschaftsprojekt voran, das Aquafaba, die Flüssigkeit, die beim Kochen von Hülsenfrüchten entsteht, nutzt, um Abfälle zu reduzieren und nachhaltige Alternativen zu schaffen.
Die Initiative hat bereits die Entwicklung einer veganen Alternative zu Ei ermöglicht und schreitet nun in Richtung der Entwicklung von Biokunststoffen voran, indem sie zeigt, wie ein Nebenprodukt zu einem wichtigen Rohstoff für die Lebensmittel- und Umweltindustrie werden kann.
Eigenschaften von Aquafaba
Aquafaba enthält Proteine, Ballaststoffe, Kohlenhydrate und Mineralien, ohne die Eigenschaften der Endprodukte zu verändern. Seine Verwendung bietet:
- Nährstofflösung, geeignet für Menschen mit Unverträglichkeiten.
- Produkt ohne Tierquälerei, ideal für vegane Rezepte.
- Technologische Vielseitigkeit, da es durch Sprühtrocknung in Pulver umgewandelt werden kann.
Dieses Verfahren ermöglicht es, die Flüssigkeit zu dehydrieren und ein funktionelles Pulver zu erhalten, das in verschiedenen Zubereitungen das Ei ersetzen kann.
Öffentlich-private Partnerschaft
Das Projekt wurde von der argentinischen Firma Grupo L begleitet, die mehr als eine Million Mahlzeiten in 15 Provinzen vertreibt. Laut der Projektleiterin María Eugenia Golzi besteht die Herausforderung darin, eine Industrie zu fördern, die in der Lage ist, das Aquafaba an der Quelle zu trocknen, um seine Stabilität zu erhöhen und die Infrastruktur für Lagerung und Transport zu reduzieren.
Der Vorschlag könnte in großen Catering-Unternehmen repliziert werden, indem die Nachhaltigkeit bereits in der Produktion integriert wird.
Globaler Kontext
Laut der FAO gehen weltweit etwa 14 % der produzierten Lebensmittel verloren, bevor sie zum Verkauf gelangen. In der industriellen Produktion stellen Nebenprodukte wie Molke, Schalen und Fruchtfleisch millionenschwere Verluste dar. Das traditionell verworfene Kochwasser von Hülsenfrüchten erscheint nun als Rohstoff mit ausgezeichneten funktionellen und technologischen Eigenschaften.

Biokunststoffe mit Aquafaba
Die Forschungsgruppe hat Fortschritte bei der Verwendung von Aquafaba zur Herstellung von Biokunststoffen gemacht, indem sie es mit Linsenmehl kombiniert. Diese Materialien könnten zur Verpackung von Lebensmitteln verwendet werden und bieten:
- Nachhaltige Alternative zu traditionellen Polymeren.
- Geringere Umweltbelastung bei der endgültigen Entsorgung.
- Lebensmittelsicherheit, indem das Risiko der Aufnahme von Mikroplastik reduziert wird.
Dieser Fortschritt ist Teil der Doktorarbeit von Golzi und eröffnet neue Möglichkeiten für die nachhaltige Verpackungsindustrie.
Auswirkungen und Projektion
Die Fortsetzung des Projekts zeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Universität und Privatsektor greifbare Lösungen schaffen kann für:
- Verbesserung des Nährwerts von Lebensmitteln.
- Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks der Industrie.
- Wertschöpfung durch technologische Innovation in der Produktion.
Die Nutzung von Aquafaba ist ein Beispiel dafür, wie die Kreislaufwirtschaft Abfälle in strategische Ressourcen verwandeln kann.
Von der Eiersubstitution bis zur Herstellung von Biokunststoffen zeigt dieses CONICET-Projekt, dass Nachhaltigkeit und Innovation aus dem Alltäglichen entstehen und zu Motoren des Wandels für die Lebensmittel- und Umweltindustrie werden können.



