Wie der historische Fund eines Fossils in Santa Clara del Mar war: der am besten erhaltene Oberschenkelknochen eines Riesenfaultiers

Dos Touristen, Mario Cianciola und Lumar Ávila González, entdeckten zufällig ein außergewöhnliches Fossil an den Klippen im Süden von Santa Clara del Mar, Provinz Buenos Aires. Es handelt sich um den rechten Oberschenkelknochen eines amerikanischen Megatheriums, eines riesigen Faultiers, das die Region vor etwa 400.000 Jahren bewohnte und vor weniger als 12.000 Jahren ausstarb.

Der Knochen, 80 Zentimeter lang und 50 Zentimeter breit, gilt als eines der am besten erhaltenen Fossilien dieser Art in der Region. Nach der Bergung wurde er in das Museo Municipal de Ciencias Naturales „Lorenzo Scaglia“ in Mar del Plata gebracht und wird anschließend an das Museo Pachamama in Santa Clara del Mar überführt.

Wissenschaftliche Bedeutung

Der Paläontologe Matías Taglioretti betonte, dass dieser Oberschenkelknochen einer der vollständigsten ist, die an der Küste von Buenos Aires gefunden wurden. Sein hervorragender Zustand wird dem Spezialisten Néstor Toledo (Conicet und UNLP) ermöglichen, die Muskulatur und Körperstruktur des Megatheriums detailliert zu rekonstruieren.

Neben dem Oberschenkelknochen wurden gut erhaltene Beckenreste identifiziert, deren Bergung jedoch schwere Maschinen erfordert, da Einsturzgefahr besteht.

Das Fossil weist eine orangene Farbe auf, typisch für eisenoxidreiche Sedimente, was seine Konservierung begünstigte und es ermöglichte, Muskelansatzstreifen zu unterscheiden.

Riesiges Faultier
Ein Fossil eines riesigen Faultiers wurde in Buenos Aires entdeckt.

Vorgeschichte in der Region

Die Gegend um Mar Chiquita und Umgebung war Schauplatz zahlreicher Funde:

  • 2023: Megatherium-Reste in Camet Norte, darunter Wirbel und Zahnfragmente.
  • 2022: Ein 12-jähriges Mädchen fand einen Wirbel in Mar del Plata.
  • 2022: Ein 8-jähriger Junge entdeckte einen 700.000 Jahre alten Schädel, der einem südamerikanischen Kamel zugeschrieben wird.
  • 2021: Ein interdisziplinäres Team entdeckte einen über 3,5 Millionen Jahre alten Megatherium-Schädel in San Eduardo del Mar.

Diese Vorgeschichten bestätigen, dass die Pampa-Region ein wichtiger Fundort für Megafauna-Fossilien ist.

Das Megatherium: Ein Riese der Eiszeit

Das Megatherium americanum war ein pflanzenfressendes Säugetier von bis zu 6 Metern Länge und etwa 3 Tonnen Gewicht, vergleichbar mit einem kleinen Lastwagen.

  • Es hatte lange, gebogene Krallen, um Äste abzureißen und sich zu verteidigen.
  • Es hatte keine vorderen Schneidezähne; seine seitlichen Zähne waren zum Verarbeiten von Blättern und Trieben angepasst.
  • Es ernährte sich von Baumvegetation, aufgerichtet auf seinen Hinterbeinen und gestützt auf einen kräftigen Schwanz.
  • Es bewohnte Südamerika und breitete sich während des Pleistozäns nach Nordamerika aus.

Sein Verschwinden vor etwa 11.700 Jahren wird klimatischen Veränderungen nach dem Rückzug der Gletscher und möglicherweise dem Druck durch menschliche Jäger und Sammler zugeschrieben.

Der Fund in Santa Clara del Mar bereichert nicht nur das argentinische paläontologische Erbe, sondern eröffnet auch neue Forschungsmöglichkeiten zur Anatomie und Ökologie des riesigen Faultiers.

Dieses Fossil, eines der bisher am besten erhaltenen, unterstreicht die Bedeutung des Schutzes der Klippen von Buenos Aires als Orte von wissenschaftlichem und kulturellem Wert.

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