Schlüsselentdeckung in Patagonien: Fossilien eines 85 Millionen Jahre alten Landkrokodils zeigen einzigartige Anpassungen

Ein Forscherteam des CONICET hat fossile Überreste eines Landkrokodils entdeckt, das vor 85 Millionen Jahren im Norden Patagoniens lebte, mitten in der Kreidezeit.

Der Fund wurde im Naturschutzgebiet Paso Córdoba in der Nähe von General Roca, Río Negro, innerhalb der Formation Bajo de la Carpa gemacht, einem Ort, der sich als privilegiertes Fenster in die Vergangenheit etabliert.

Die Entdeckung begann, als Facundo Riguetti, Postdoktorand des CONICET, ein Fragment eines Schädels zwischen den Sedimenten identifizierte. Die Ausgrabung, geleitet von Dra. Agustina Lecuona vom Institut für Paläobiologie und Geologie (CONICET-UNRN), brachte zudem Wirbel und Gliedmaßenknochen ans Licht, was eine genauere Rekonstruktion der Morphologie des Tieres ermöglichen wird.

Ein an Land angepasstes Krokodil

Im Gegensatz zu heutigen Krokodilen, die mit tropischen Klimazonen und permanenten Gewässern assoziiert werden, lebte dieses Reptil in einer Umgebung von flüchtigen Flüssen und trockenen Landschaften, ähnlich den modernen Wüsten.

Diese Bedingungen deuten darauf hin, dass es spezifische Anpassungen entwickelte, um in wasserarmen Umgebungen zu überleben, was es zu einem einzigartigen Fall in der Evolution der Krokodile macht.

cocodrilo terrestre
Ein fossiler Fund in Patagonien enthüllt ein Landkrokodil aus der Kreidezeit.

Wissenschaftliche Bedeutung

Der Fund liefert entscheidende Informationen über die Verbreitung und Evolution der Reptilien in Patagonien während der Kreidezeit. Die Qualität des geborgenen Materials, das Teile des Postkraniums umfasst, bietet eine vollständigere Probe als üblich und ermöglicht vergleichende Studien über seine Fortbewegung und Lebensweise.

Die Feldarbeit wurde von Spezialisten wie Mattia Baiano und Studenten der Nationalen Universität von Río Negro durchgeführt, was die Bedeutung der Erhaltung von Naturschutzgebieten wie Paso Córdoba zur Bewahrung des wissenschaftlichen Erbes unterstreicht.

Patagonien, paläontologisches Epizentrum

In den letzten Jahren hat sich Patagonien zu einem wahren natürlichen Labor für die Paläontologie entwickelt. Zwischen 2025 und 2026 wurden Funde von großer Bedeutung registriert:

  • Bicharracosaurus dionidei (Chubut): pflanzenfressender Titanosaurier von 15-20 Metern Länge.
  • Alnashetri cerropoliciensis (Río Negro): kleiner fleischfressender Alvarezsaurier von der Größe eines Huhns.
  • Joaquinraptor casali (Chubut): neuer fleischfressender Dinosaurier aus der Gruppe der Megaraptoren.
  • Yeneen houssayi (Neuquén): Titanosaurier, beschrieben in der Region Confluencia.
  • Paleoteius lakui (Río Negro): terrestrische Eidechse von 70 Millionen Jahren, eine der vollständigsten des späten Kreidezeitalters in Südamerika.

Diese Entdeckungen, vorangetrieben von Wissenschaftlern des CONICET und lokalen Museen, festigen die Region als eines der reichsten Fossilienvorkommen der Welt.

Der Fund des Landkrokodils in Paso Córdoba erweitert nicht nur den fossilen Katalog von Río Negro, sondern eröffnet auch neue Forschungsrichtungen darüber, wie sich Reptilien vor Millionen von Jahren an extreme Umgebungen anpassten.

Patagonien bestätigt seine Rolle als ein Schlüsselgebiet zum Verständnis der evolutionären Geschichte des Planeten und als ein wissenschaftliches Erbe von internationalem Wert.

Compartí esta nota

Últimas noticias

Te pueden interesar
Te pueden interesar

Ein Fund in Chubut enthüllt Geheimnisse der prähistorischen marinen Biodiversität und erweitert die Evolutionsgeschichte Patagoniens.

Ein wichtiger wissenschaftlicher Fortschritt ermöglichte es, die marinen Ökosysteme,...

Der Euphrat in Asien: Der Ursprung von 3,6 Millionen Jahren enthüllt

Eine kürzlich durchgeführte Studie hat ergeben, dass der Euphrat...

Grauwale im Pazifik im Rückgang: 21 Todesfälle in drei Monaten warnen vor den Auswirkungen des Klimawandels

An den Küsten des Bundesstaates Washington wurden seit März...